Gianotti, TemPest

2010     M / O / EN / DE / RR / ES     Uraufführung

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TemPest

Libretto von Gian Gianotti für die Nach-Realisierung der Semi-Oper The Tempest von Matthew Locke (1621-1677), mit neuen Kompositionen von Saskia Bladt und Martin Derungs
Ein Theater-Konzert weit nah bei William Shakespeare “Der Sturm”

 

Matthiew Locke (1621-1677)
The Tempest
Semi-Oper (UA 1673) nach William Shakespeare, Der Sturm  (UA 1611)

 

Uraufführung: Theater Winterthur, 8. Mai 2010, zweite Vorstellung am 9. Mai
Weitere Vorstellungen in Zürich im Oktober 2010 mussten leider abgesagt werden.

Die Wiederaufnahme ist geplant für Juni/Juli 2013. Siehe dazu   >>>   TemPest WA

 

 

TemPest
Ein Theater-Konzert über das Sich-Finden und Los-Lösen des Menschen auf seinem Lebensweg, weit nah bei William Shakespeare “Der Sturm”

 

Steckbrief
–  4 Sänger/innen des „Vokalensemble Zürich”
–  20 Musiker des Zürcher Barockorchesters
–  Schauspieler, Schauspielerin und Tänzer für die Rollen von Prospero, Miranda und CaliPan/Ferdinand
–  Kompositionswerkstatt: Barockmusik aus England und neue, zeitgenössische Musik
–  Szenisches Konzert

 

Mitwirkende, neue Kompositionen:
Saskia Bladt
Martin Derungs

 

Leitung:
Matthias Weilenmann, Musikalische Leitung
Gian Gianotti, Inszenierung

Katrin Sauter, Mitarbeit Regie
Peter Siegwart, Leitung Vokalensemble Zürich
Rolf Derrer – Licht/Szenografie
Eduardo Santana – Bild
Barbara Wirz – Bekleidung

 

Projektleitung:
Gesamtleitung: Matthias Weilenmann
Produktionsleitung: Thomas Rainer, ALLEGRA – Agentur für Kultur, Mannheim, Tel- +49 621 832 12 70 info@allegra-online.de

 

Besetzung:
Prospero – Norbert Kentrup, Schauspieler
Miranda – Anja Tobler, Schauspielerin
CaliPan/Ferdinand – Bernd Niedecken, Tänzer

Barbara Böhi – Sopran
Akira Tachikawa – Altus
Raphaël Favre – Tenor
Martin Hensel – Bass

 

Zürcher Barockorchester  (20 Musiker/innen, Leitung Matthias Weilenmann):

Monika Baer, Violine
Markus Bernhard, Violone
Martina Bischof, Viola
Rosario Conte, Theorbe
Luca Fiorini, Viola
Aina Hickel, Violine
Christian Hieronymi, Cello
Margarete Kopelent, Orgel
Sibille Kunz, Blockflöte
Susann Landert, Fagott
Heidi-Maria Makkonen, Violine
Linda Mantcheva, Cello
Malina Mantcheva, Violinen
Eveleen Olsen, Violine
Olivia Schenkel, Violine
Jermaine Sprosse, Cembalo
Renate Steinmann, Violine, Konzertmeisterin
Andel Strube, Blockflöte
Sarah Weilenmann, Cello
Salome Zimmermann,Violine

 

 

 

Zum Inhalt:
Prospero hält Rück- und Vorschau auf seine Lebenszeit und auf die Chancen seiner Tochter Miranda. Vor 15 Jahren hatte er sich als Herzog von Mailand aus dem politischen Leben zurückgezogen, um sich der Magie der Lebenswahrnehmung, Lebensgestaltung und der Erziehung seiner Tochter zu widmen. Auf seiner Existenz-Insel ist ihm der Luftgeist Ariel zu Diensten, Caliban/CaliPan muss in seiner körperlichen Kraft gezähmt werden. Nun will er seine Tochter Miranda ins eigenständige Leben begleiten.

Ariel richtet die Abläufe und Begegnungen nach Prosperos Wunsch ein. CaliPan hat eigene Interessen. Miranda reift in ihrer Liebesfähigkeit. Prospero erhält seine alte Macht wieder und gibt sie der nächsten Generation weiter. Die Endlichkeit des Vaters ist der Beginn des Lebens der Tochter. Miranda beginnt ihr Spiel.

Shakespeare liefert uns die Idee des Generationenwechsels in seinem faszinierenden Spätwerk “Der Sturm”.

 

Zum Projekt:
Zur Musikfassung von Matthew Locke und zur neuen Edition 2010
„The Tempest”, komponiert um 1670, gehört zu den wichtigsten Semi-Operas in England. Basierend auf der Theatervorlage von William Shakespeare entstand in der Mitte des 17. Jahrhunderts ein neu zusammengestelltes Libretto, das die Basis des Werkes von Matthew Locke wurde. Matthew Locke, Hofkomponist und Lehrer von Purcell, schrieb den größten Teil der Musik, und lud verschiedene Komponisten ein, sich am Werk zu beteiligen: John Banister, Pelham Humfrey, Pietro Reggio, John Hart, Giovanni Battista Draghi. So entstand wie oft in der Zeit ein facettenreiches Gemeinschafts­werk. Ein weiteres Merkmal vieler Semioperas bestand in der Verbindung von gesprochenem Text mit Musik, Gesang und Tanz. Dieses Zusammenspiel der Sparten wurde für die Neuedition 2010 beibehalten.

Historische Öffnung
Das Prinzip der “Komponistenwerkstatt” hat uns dazu bewogen, das ursprüngliche Konzept ins Heute auszuweiten: Saskia Bladt und Martin Derungs komponieren neue Interventionen und prägen so das Projekt Alte und Neue Musik. Diese Weitungen nehmen direkten Bezug auf die historische Situation: Saskia Bladt schreibt eine charakterisierende Musik für die Insel/Ariel und für Miranda, während Martin Derungs Wort- und Gedankenfetzen des neuen Librettos aufnimmt, überhöht und damit eine den Zeitverlauf gliedernde Interventionsebene schafft.

Die Neufassung und Inszenierung
Locke kürzte die Textfassung von Dryden, Davenant und Shadwell bis zur Shakespeare-Unkenntlichkeit und spielte mit den neuen Möglichkeiten der barocken Bühnentechnik. Nach der Schliessung der Theater durch die Puritaner (1640-58) wurden auch in England die geschlossenen Innenräume für das neue Theater entdeckt und definiert. Das Libretto von Gian Gianotti besinnt sich „ganz weit nah“ auf Shakespeare und verbindet die integralen Musikteile in ihrer originalen Reihenfolge. So entsteht ein szenisches Konzert über das Sich-Finden und Los-Lösen des Menschen auf seinem Lebensweg.

In der Abgeschiedenheit seiner Lebens-Insel und hoffend, dass das Leben aus mehr besteht als nur aus Machtintrigen und Ränkespielen versucht ein Vater mit Hilfe der „lebensmagischen Sensibilität“ seine Tochter mit neuen, höheren Fähigkeiten auszustatten, damit sie als nächste Generation das Leben und die Weltgeschicke unabhängiger und freier gestalten kann. Sein Charakter prägt seine Tochter und bringt sie dazu, sich von ihm abzugrenzen und ihren eigenständigen Weg zu finden.

(Gian Gianotti, April 2010)

 

 

 

Norbert Kentrup (Prospero), Anja Tobler (Miranda)

 

 

 

TemPest – Vorläufige Termine …
Premiere der Uraufführung
Samstag 8. Mai 2010, 19.30 Uhr im   >>>   Theater Winterthur
Sonntag 9. Mai 2010, 19.00 Uhr im   >>>   Theater Winterthur
Einführung ab 18.45 Uhr

 

weitere Vorstellungen
Freitag 15. Oktober 2010, 20.00 Uhr im Theater Rigiblick, Zürich
Samstag 16. Oktober 2010, 20.00 Uhr im Theater Rigiblick, Zürich
Sonntag 17. Oktober 2010, 17.00 Uhr im Theater Rigiblick, Zürich
Siehe:   >>>   Theater Rigiblick, Germaniastrasse 99, 8044 Zürich

Aufgrund einer plötzlichen und schweren Erkrankung des Hauptdarstellers Norbert Kentrup mussten diese drei Vorstellungen von „TemPest“ vom 15.-17. Oktober im Theater Rigiblick Zürich abgesagt werden.  Die Vorstellungen in Zürich wurden 2013 in einer Wiederaufnahme nachgeholt:   >>>   Link zur WA

Norbert Kentrup hat in seinem Buch “Der süsse Geschmack von Freiheit” (KellnerVerlag, 2018) über diese Erfahrung geschrieben. Daraus:
>>>   Auszug zur TemPest  –  DIE  IDEE  IST  DER  WEG 

 

 

Gedanken zum Projekt
Gian Gianotti:   >>>   Von Tempest zu TemPest 2010
Matthias Weilenmann:   >>>   Die Musik zu TemPest
Saskia Bladt:   >>>   Zur Komposition
Kathrin Sauter:   >>>   Zur TemPest

 

Der Text  ©  Gian Gianotti     >>>   Inszenierungsfassung  2010     pdf,  38 Seiten

 

 

Kurzbiografien  (in alphabetischer Reihenfolge)  von:

Saskia Bladt, Komposition
Rolf Derrer, Licht & Szenografie
Martin Derungs, Komposition
Gian Gianotti, Inszenierung
Norbert Kentrup, Prospero
Matthew Locke, Komposition
Bernd Niedecken, CaliPan
Thomas Rainer, Projektleitung
Katrin Sauter, Mitarbeit Regie
William Shakespeare, Grund-Dichtung
Peter Siegwart, Leitung Vokalensemble Zürich
Anja Tobler, Miranda
Vokalensemble Zürich, VEZ
Matthias Weilenmann, Gesamtleitung
Barbara Wirz, Kleidermacherin
Zürcher Barockorchester

Siehe unter:   >>>   Kurzbiografien

 


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>>>   Weitere 41 Bilder

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Presseberichte:
>>>   TemPest  –   Theaterkonzert im Geiste Shakespeare   Der Landbote, Herbert Büttiker  5.5.10
>>>   TemPest  –   Ein Sturm und flackernde Leuchtdioden   Der Landbote, Marc Hoppler  10.5.10

 

 

 

 

Sehen Sie auch:   DIE  WIEDERAUFNAHME   >>>   TemPest   WA  2013   in Zürich

 

 

 

Winterthur schreibt eine Oper, FEALAN

2009    M  /  dt  / D

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FEALAN

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Winterthur schreibt eine Oper
Ein Projekt des   >>>  Musikkollegiums Winterthur (MKW) in Zusammenarbeit mit dem   >>>  Theater Winterthur (TW), Spielzeit 2008-09

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Das Projekt
Das Musikkollegium und das Theater Winterthur haben der Förderung von Kindern und Jugendlichen im Bereich Musik, Theater und Kreativität einen nachhaltigen Impuls verliehen. Angesprochen waren alle Schülerinnen und Schüler der Stadt und der näheren Umgebung von Winterthur.

Die Grundidee des Projekts war ein pädagogisch–kreativer Ansatz, welcher erlaubte, Kinder und Jugendliche von der Volksschule bis zur Maturität, sich in die Entstehung eines gemeinsamen Bühnenwerks zu integrieren.

Der Prozess begann im Frühjahr 2008 bei der Entwicklung einer Geschichte, die in einem nächsten Schritt dramatisiert und bis zu den Aufführungen umgesetzt wurde.

Auch die bühnentechnische Realisierung wurde weitgehendst von den Schülern und Schülerinnen mitdefiniert, die theaterfachlich begleitet und geleitet wurden. Die Uraufführung des Bühnenwerkes fand im Mai 2009 im Theater Winterthur statt.

Über 900 Kinder waren daran beteiligt, sowohl aus Einzelinteresse als auch im Klassen- oder Schulhausverband organisiert.

>>>   Besetzung, benannte Rollen
>>>   Beteiligte Kinder und Jugendliche    alle Namen

 

 

Die Leitung des Projektes
Konzept und künstlerische Leitung – Andreas Nick
Projektleitung – Marco Müller

Regie – Gian Gianotti
Ausstattung – Ruth Schürmann
Coach Libretto – Paul Steinmann
Musikalische Leitung – Marc Kissóczy

Orchester MUSIKKOLLEGIUM Winterthur

Musikalische Einstudierung Chöre – Manuela Roth
Lichtdesign – Ursula Degen
Technischer Leiter – Christian Hirt

Assistenz, Theaterpädagogische Betreuung, Mitarbeit Organisation
Katrin Sauter
Vera Bryner

ZHdK Studiengang Theaterpädagogik, Gruppen und Klassenbetreuung:
Marcel Grissmer
Simone Haungs
Eva Heissenhuber
Lucas Keist
Thea Rinderli, Praktikantin
Mira Sack, Leitung
Marcel Wattenhofer, Leitung
sowie alle Lehrerinnen und Lehrer der teilnehmenden Schulklassen, resp. Schulhäuser

Altstadt, Aussendorf, Brühlberg (ganzes Schulhaus), Eichliacker, Hegi TMZ, Hohmatt Turbenthal (ganzes Schulhaus), Kantonsschule im Lee, Langwiesen, Laubegg, Mattenbach, Schachen, Schönengrund, Seebel, St. Georgen, Stofflerenweg, Talhofweg, Wülflingerstrasse, Zelgli

PR/Werbung – Cornelia Königslehner

Technik, Beleuchtung, Ton, Inspizienz – Theater Winterthur

Dokumentation – Regula Tobler, EYE-MIX Zürich
Fotos – Angelo Lucca, Winterthur

 

 

DAS PROJEKT   Die Idee
Zwei  “Geschichten-Erfindungsklassen”  schrieben zuerst Aufsätze mit Inhalten, die sie gerne auf dem Theater zeigen möchten. Daraus wurden vier Grundideen herausgenommen und einer  “Librettoklasse”  vorgelegt. Diese arbeitete mit einer  “Poesieklasse”  zusammen, die einzelne Textpassagen für Arien und Lieder umschrieb – und das Projekt erhielt den Namen: FEALAN. Der Inhalt des sich verändernden Librettos wurde immer wieder den Erfindungsklassen vorgelegt. Betreut wurden diese Schritte von  Paul Steinmann. Zuletzt wurde das Libretto noch sprachlich koordiniert.

Nach diesem Prinzip wurde danach auch die Musik von den Kindern in Begleitung von  Andreas Nick  definiert, komponiert und für das Orchester des Musikkollegiums Winterthur MKW eingerichtet.

Alles was dann auf der Bühne stattfand wurde von den Kindern geschrieben, definiert, vertreten, dargestellt und gesungen. Die Erwachsenen haben sie “nur” begleitet und unterstützt. Und sie haben alle mit dem Publikum gestaunt, welche fast nicht zu bändigende Kraft und Energie in 800 Kindern und Jugendlichen steckt, die sich ein Jahr lang unter anderem auch mit Theater beschäftigen können. 360 davon sind an ihre Grenzen gegangen und haben in den vier Vorstellungen alles gegeben und gespielt: Schüler und Schülerinnen, Lehrpersonen, Polizisten, Wächter, Elfen, Blumen, Schmetterlinge, Kröten, Wände, Winde und Wasser, Macht und Ohnmacht, Paparazzi, Journalisten, Choristen und im Ouvertüre-Orchester.

Das Prinzip der Arbeit war, dass alle Kinder ihre Ideen, eingebrachten Formulierungen, Klänge, Formen, Farben, Bewegungen auf der Bühne wieder vorfinden sollten: daraus wurde eine farbige Welt, eine grosse Kundgebung für die Freundschaft und Menschlichkeit. Das Publikum, die Familien, die Lehrer/innen und die Schulbehörden haben es ermöglicht. Und sie haben es wahrgenommen.

 

 

Die Aufführungen – 2009
Freitag 8. Mai 11.00 Uhr – interne GP für alle Beteiligten
Samstag 9. Mai 2009 17.00 Uhr – Premiere, Uraufführung
Weitere Vorstellungen – Sonntag 10. Mai 11.00 und 15.00 Uhr

 

>>>   FEALAN, Oper in drei Akten – der Inhalt

 

 

Die Arbeitsbereiche
Das Projekt gliederte sich nach verschiedenen Arbeitsbereichen, die zeitlich gestaffelt waren und verschiedenen Altersgruppen erlaubten, sich nach eigener Vorliebe sinnvoll in die Produktion einzubringen. Der damit verbundene Arbeitsaufwand für die Schulklassen war je nach Arbeitsbereich und Anzahl teilnehmender Klassen und Kinder variabel. Die Langfristigkeit und die auf Integration ausgerichtete Vielfältigkeit des Projektes war Teil des Konzeptes. Alle Leitungspersonen und beteiligten sowie unterstützenden Organisationen wurden vom breiten Interesse regelrecht überrumpelt. Sowohl der innere wie auch der öffentliche Erfolg waren enorm.

Konzept und künstlerische Leitung: Andreas Nick, Komponist und Dozent ZHdK
Projektleitung: Marco Müller, Jugendbeauftragter Musikkollegium Winterthur

 

 

>>>   Die Dokumentation    (mit Pressetext)
Das ganze Projekt wurde übers Jahr von einer Filmequippe von   >>>  EYE MIX Zürich  begleitet. Die Dokumentation wird am 11. September 2009 erstmals morgens für die beteiligten Kinder und abends für die beteiligten Familien und Freunde im Theater Winterthur im Rahmen des Theaterjubiläums TW30 gezeigt. Am Sonntag 13. September findet die Erstausstrahlung in der Sendung   >>>  KLANGHOTEL  des  Schweizer Fernsehens SF  statt. Die Regie der Dokumentation führte Regula Tobler.

 

>>>   Beteiligte Kinder und Jugendliche

 

Angesichts der vielen Kinder und Personen, die am Projekt beteiligt waren, wurde FEALAN von der lokalen Presse stark begleitet.
Über die ganze Vorbereitungszeit erschienen mehrere Artikel und Gespräche im Medienpartner  Winterthurer Stadtanzeiger. Sie können diese Seiten hier als pdf einsehen:

>>>    FEALAN   Schüler schreiben eine Oper  Winterthurer Stadtanzeiger  24.2.09
>>>    FEALAN –  Der musikalische Weg zur Oper  Winterthurer Stadtanzeiger  10.3.09
>>>    FEALAN –  Kostüme: Für einen Hauch von Magie  Winterthurer Stadtanzeiger  24.3.09
>>>    FEALAN –  Schauspiel: Proben auf Hochtouren  Winterthurer Stadtanzeiger  07.4.09
>>>    FEALAN –  Musik und Orchester:  Die Musikalische Feuerprobe  Winterthurer Stadtanzeiger  28.4.09
>>>    FEALAN –  Orange Wächter und eine Taucherbrille mit Schnorchel  Winterthurer Stadtanzeiger  05.5.09

>>>    FEALAN –  Kinderträume auf der Opernbühne  Tages Anzeiger, rd  11.5.09
>>>    FEALAN –  Angekommen im Land Elfiatopia  Landbote, Michael Fässler  11.5.09

>>>    FEALAN –  Bilder  Winterthurer Stadtanzeiger  12.5.09

 

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Fotos: Angelo Lucca, Theater Winterthur

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Weitere Fotos in der
>>>   Fotogalerie FEALAN     60  Fotos

 

 

Und das auch noch – zum Abschluss!
DIE AUSZEICHNUNG 
junge ohren preis 2009 in der Kategorie “Best Practice”

 

Aus der Jury-Begründung:
“Ein Grossprojekt, das in beispielhafter Weise aktivierend ist. Die Arbeit in einem professionellen Setting mit dem Musikkollegium Winterthur kann als ‘once in a livetime experience’ bezeichnet werden, die nicht nur durch drei ausverkaufte Aufführungen, sondern auch durch einen nachhaltigen Bezug zum Musiktheater belohnt wird.”

Prof. Dr. Ingrid Allwardt, Geschäftsführerin netzwerk junge ohren
Berlin, den 1. Dezember 2009

(DEUTSCHE ORCHESTER-STIFTUNG, Deutschlandradio Kultur, Initiative Hören. netzwerk junge ohren)

 

 

 

 

 

 

Gianotti, BACH 1720

2005     M / D / Szenisches Konzert

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Johann Sebastian Bach

Sonaten und Partiten für Violine solo

Partita 3 in E-Dur BWV 1006,  Sonata 1 g-Moll BWV 1001,  Partita 2 in d-Moll BWV 1004

Sowie weitere Werke im Kontext von Dieupart, Couperin, Lebègue, Rameau, Biber, J. S. Bach, Corelli, Molique, van Bruyck, Brahms, Raff u.a.

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Monika Baer, Violine

und
Michael Biehl, Tasteninstrumente
Rosario Conte, Laute, Theorbe
Regula Maurer, Violoncello

Lénaïg Guégan, Tanz

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Gian Gianotti, Projekt, Bühne und Inszenierung
Dominik Sackmann, Dramaturgie
Wilfried Potthoff, Beleuchtung

Mit der Mitarbeit der Technik und der Verwaltung des Theaters Winterthur

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Szenische Einrichtung für die grosse Bühne

Theater Winterthur

Freitag 27. Mai 2005, 19.30 und
Sonntag 29. Mai, 17.00 Uhr
Einführungen jeweils 45 Minuten vor Vorstellungsbeginn

Sonntag 29. Mai, 14.30 Uhr „Einführung in die Violin-Sonaten und –Partiten, sowie zur Entstehung und Wirkung der gespielten Werke“ ein Vortrag von Dr. Dominik Sackmann, im Theater-Foyer

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Das Projekt wurde unterstützt von der Ernst Göhner Stiftung Zug und von der Kulturstiftung Winterthur

 

 

 

Diese Aufnahmen von Monika Baer und aus der Generalprobe vom 26. Mai 2005 können frei verwendet werden. Wir bitten Sie, die Bilder mit  theaterforum.ch/Bach 1720  zu bezeichnen.

 

Das Programm

Partita E-Dur BWV 1006
Preludio

Charles Dieupart (+1740): Quatrième Suite e-Moll, Allemande (Cembalo/Ensemble)

Loure

Gavotte en Rondeau

François Couperin (1668–1773): Pièces de Clavecin, Second Livre,
Douzième Ordre (1717), „Les Jumèles“ (Cembalo)

Menuett I und II (mit einer Violoncello-Begleitung, die der Klavierbegleitung von Robert Schumann nachempfunden ist)

Nicolas-Antoine Lebègue (1631?–1702): Second Livre de Clavessin (1687),

Petite Chaconne (gespielt auf Cembalo und Laute)

Bourrée

Rosario Conte: Lautenimprovisation

Gigue

Jean-Philippe Rameau (1683–1764): Aus der Oper „Dardanus“ (1739), Chaconne

Louis Couperin (+1661): „Chaconne ou Passacaille“ (Cembalo)

Heinrich Ignaz Franz Biber: Passacaglia (Violine)

 

Einspielung: Johann Sebastian Bach, Aus der Kantate BWV 29 „Wir danken dir Gott, wir danken dir“, Sinfonia D-Dur

 

Sonate g-Moll BWV 1001

Adagio kombiniert mit

– Arcangelo Corelli (1653-1713): Sonata op. 5 Nr. 5, Adagio

– Begleitung von Bernhard Molique

– Bearbeitung von Carl Debrois van Bruyck

Fuge kombiniert mit der Fuge für Laute BWV 1000

Presto in der Bearbeitung von Carl Debrois van Bruyck: Fuge (Cembalo)

J. S. Bach: Suite für Violoncello G-Dur BWV 1007, Menuett I und Menuett II

J. S. Bach: Suite für Laute g-Moll BWV 995, Sarabande

Presto

 

Einspielung: Johann Sebastian Bach, 4. Ouvertüre BWV 1069, Réjouissance

J.S. Bach: Passacaglia für Orgel BWV 582 (Laute und Cembalo)

 

Partita d-Moll BWV 1004

Allemanda

Johannes Brahms: Studie für Pianoforte WoO 6 Nr. 5 (Klavier)

J. S. Bach: Suite für Violoncello d-Moll BWV 1008, Courante

Joseph Joachim Raff: Chaconne (Klavier)

Sarabanda

Joseph Joachim Raff: Chaconne (Klavier)

Giga

Chaconne

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Zur Erklärung der verwendeten Schriften auf dieser Seite:

Fette Titel: Sätze aus den Violinsonaten und –partiten
Kursive Angaben: Bearbeitungen einzelner Sätze aus Bachs Violinsoli aus dem 19. Jahrhundert
Normale Schrift: Weitere Werke von Johann Sebastian Bach und anderen Komponisten

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theaterforum.ch  Zum Projekt 2005  Bach 1720

Gian Gianotti

Die Bachforschung sagt, dass der Tod der Maria Barbara Bach im Jahr 1720 keinen Einfluss hatte auf die Komposition von Johann Sebastian. Zu der Zeit zwischen Mai und Juli war er in Karlsbad mit seinem Fürsten Leopold von Köthen mit den Sonaten und Partiten für Violine Solo im Gepäck (und sehr wahrscheinlich auch im Repertoire). Als er zurückkam, war seine Frau tot und begraben und er blieb zurück mit vier Kindern, Catharina Dorothea (12), Wilhelm Friedemann (10), Carl Philipp Emanuel (6) und Johann Gottfried Bernhard (5). Die Forschung sagt, der Einschnitt, die Irritation sei nicht zu “merken”, sei also wissenschaftlich nicht feststellbar.

Seine Frau und Weggefährtin über bessere und schlechtere Zeiten, die knapp 30-jährige Mutter (mit mindestens 6 Schwangerschaften inkl. Zwillingen), sei ohne irgendwelche Vorzeichen gestorben, Johann Sebastian sei für die Nachricht nicht erreichbar gewesen. Sie lebte Solidarität und Kollegialität, nicht nur in der Betreuung der Kinder und der Schüler, die wie die eigenen Kinder im Haushalt lebten und ihre Position hatten.

Und wenn die Forschung recht hat, und ‘beweisen’ kann, dass aus den Kompositionen keine Bruchstelle abzuleiten ist und Johann Sebastian Bach somit der Tod seiner ersten Frau keinerlei Lebenshemmung oder Motivationsverzögerung eingebracht habe … dann will ich vermuten dürfen, dass irgendetwas in den Forschungsunterlagen fehlt, was ihn zum Menschen macht: “verloren gegangene” Noten, Briefe, Äusserungen … oder es fehlt noch in der wissenschaftlichen Wahrnehmungsfähigkeit, dass er in den Kompositionen eben doch formuliert hat: Freude und Trauer, Freundschaft und Sehnsucht, Geborgenheit und Stütze – und womöglich erst dadurch – diese auch hat vermitteln können: Musik als Lebensbewältigung.

Mich interessiert eben diese Sehnsucht und dieser Schmerz in seinen Kompositionen in dieser unmittelbaren Zeit …und was ist nicht alles verloren gegangen! Nicht unbedingt wissenschaftlich interessiert mich das, sondern künstlerisch und menschlich, im besten Fall intuitiv: wie hat der 35-jährige bei seiner Ankunft in Köthen reagiert? Was war diese Todes-Erfahrung? Seine nächsten grösseren Kompositionen waren die Cellosuiten (BWV 1007 – 1012), etwas später die Partita für Flöte in a-Moll (BWV 1013), wiederum eine Beschäftigung in die Tiefe eines Solo-Instrumentes und nicht in die äussere Wirkung eines Grossauftrittes. Welche Gedanken und Gefühle hat er pflegen können, welche verdrängen müssen, und wie haben sie sich in Musik und Leben geäussert? Wie viele “Tode” starb Maria Barbara im Geist von Johann Sebastian Bach, bis sich sein “normales Leben” wieder einstellte und er sich an neuem Ort neuen Herausforderungen stellen konnte? (Bewerbung für Hamburg, die Komposition der Brandenburgischen Konzerte 1721 BWV 1046 bis 1051, die Wiederheirat im Dezember 1721, dann Bewerbung und Anstellung in Leipzig 1723) … Was geschah mit ihm, mit seiner innersten Lebensmotivation und Ausrichtung? Aus den Noten und Unterlagen “können wir es nicht erfahren” was können wir zwischen den Noten, Notaten und Zeilen lesen? Was können, müssen wir uns vorstellen … oder mindestens wonach könnten oder müssten wir noch suchen?

Lesen und hören wir seine Musik heute, dann erfahren wir mehr Lebenshaltung als aus jeder Protokollierung einer Freude oder eines Schmerzens – aber anders formuliert, künstlerisch, musikalisch, “verwandtschaftlich” von Mensch zu Mensch, von Seele zu Seele … so haben wir (rein theatralisch!) die Tode der Lebens-Tänzerin erfunden und beschäftigen uns mit Phänomen und Bedeutung von Bach 1720:

Ein Werk und dessen musikalische Wirkung als künstlerische Haltung.

 

Begleitung:
>>>  Vortrag  Dominik Sackmann – pdf,  10  Seiten
Warum komponierte Bach die Sonaten und Partiten für Violine solo BWV 1001 – 1006 ?
>>>  Programmheft  Druckfassung – pdf,  21  Seiten
Inhalt:
12   Das Programm
13   Die Beteiligten
14   Gian Gianotti – Zum Projekt 2005: Bach 1720
15   Dominik Sackmann, Warum komponierte Bach die Sonaten und Partiten für Violine solo BWV 1001 – 1006 ?
14   Leben und Werk von Johann Sebastian Bach
16   Johann Sebastian Bach, Daten zu Leben und Werk
18   Franz Rueb, aus: 48 Variationen über Bach
20   Neuere Bibliographie zu Johann Sebastian Bach, Literaturhinweise
21   Dank, Inhalt, Impressum

 

 

Aufführungsbilder: Gian Gianotti,  theaterforum.ch / Bach 1720

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Pressestimmen: 

>>>  Bachs Kunst in vielerlei Richtungen  Der Landbote, Herbert Büttiker  30.5.05
>>>  Bachs Violinsonaten szenisch, Die Geigerun Monika Baer im Theater Winterthur  NZZ, Martina Wohlthat  30.5.05
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Gianotti, SO NAH SO FERN

2004     S / D

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So nah, so fern.
Dr ackerman und dr Todt.

Ein Gespräch über den Tod mitten im Leben, eine Annäherung an Johannes von Tepl, Der Ackermann von Böhmen und an das Orpheus-Thema.

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Staatstheater Stuttgart, Intendanz: Friedrich Schirmer
Ein Projekt von Gian Gianotti, 2004

Eine Zusammenarbeit von:
Staatstheater Stuttgart, theaterforum.ch und Hospitalhof Stuttgart.

 

Premiere 3. Juli 2004, Uraufführung
Aufführungen 4., 10., 11., 18., 24. und 25. Juli
18., 19. und 26. September 2004

Textzusammenstellung, Inszenierung und Ausstattung: Gian Gianotti

 

Musik: Oliver Krämer
Dramaturgie: Jürgen Popig
Assistenz: Clemens Kaiser
Ausstattungsassistenz: Karin von Kries

 

Mit:
Sabine Bräuning
Gottfried Breitfuss
Nannita Peschke
Oliver Krämer

 

Beleuchtung: Ralf Jürgens
Ton: Maik Waschfeld
Requisite: Edgar Girolla
Kostüme: Brigitte Simon
Kostümhospitanz: Susanne Trumpf

www.staatstheater-stuttgart.de

 

 

 

 

Am Anfang der deutschen Theaterliteratur steht «Der Ackerman von Böhmen», ein Streitgespräch zwischen Mensch und Tod. «ln diesem Büchlein ist aufgezeichnet ein Streit, dergestalt, daß einer, dessen Liebste gestorben ist, den Tod zur Rede stellt, woraufhin sich der Tod verantwortet. So bestreitet der Kläger jeweils ein Kapitel und der Tod das andere, bis zum Ende.» Verfasst hat den bewegenden Dialog Johannes von Tepl, ein böhmischer Rechtsgelehrter und Stadtschreiber, um 1400 in frühneuhochdeutscher Sprache, genau an der Schnittstelle von Spätmittelalter und früher Neuzeit. Das Ringen mit dem Tod, die Auflehnung gegen ihn und das letztendliche Einverständnis mit ihm: das werden auch die Rhythmen sein, mit denen Gian Gianotti den alten Text in unserer heutigen Zeit, die den Gedanken an den Tod sonst ja gern verdrängt, zur Diskussion stellt.

Am würdigen Ort: als Freilichtaufführung im Hospitalhof Stuttgart.

 

 

Texteinstieg: Vergils Begrüssung
“Heut wird dargebracht ein Strittgespräch zwischen Mensch und Todt: zwischen Leben und Lebensziel.

Höret zu lieb Leute und habt Erbauung draus für Euer Lebtag Todt, für Eurer Lieben Tage Todt. Ein hart Gespräch uber natürlich Los, uber unser Lebtag Staub.

Habt Erbarm wenn uns der Atem stockt vor dem Leben Todt, und seid, wie wir, dem Gegenuber Lebensbild: Leben, Grund und Bild für weitres Syn.

Der Todt kummt allzu bald, und der hatt stettig Recht – und blieben blibt der Schmerz für angefreundt Volk, und bliben blibt das Bild, das andre uns haben angedicht. Doch haben Schmerz und Bild ihr Lebtag Staub in sich und schwinden, eh geschaffet.”

 

© Gian Gianotti

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Der Text:
>>>  So nah so fern. Die Spielvorlage      pdf,  27 Seiten

Rechte  ©  Gian Gianotti, 2004

 

 

 

Guidon, LA SVOUTA

2000     S / RR / UA

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Jacques Guidon: La Svouta (Die Wende)
Gö liber, Freilichtspiel in Zuoz, Iniziant: Daniel Badilatti

 

LA SVOUTA

von Jacques Guidon
in der Inszenierungsfassung von Gian Gianotti
Gö liber/Freilichtspiel: ZUOZ 2000, Plazza da scoula

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Premiere: 27 Juli 2000, prüma mondiala (Uraufführung)
Aufführungen: 29., 30. Juli,
3., 4., 5., (6. Reserve), 10., 11., 12. (13. Reserve), 16., 17., 18., 19. August, 20. August Reserve
Verlängerungsmöglichkeit: 24., 25., 26. August

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Komitee:
Daniel Badilatti (Präs.), Aldo Pitsch, Arno Sulser, Nina Dazzi, Rico Parli, Gian Gianotti

 

 

Zum Inhalt
Gian Travers 1483-1563 (Zuoz), als Gelehrter, Humanist, Politiker, Militär, Diplomat, Schriftsteller, Theaterautor, Reformator.
Gründer der Romanischen Schriftsprache, Ladinisch. Gründer der ersten Lateinischen Schule in den Drei Bünden, Sankt Nicolai in Chur.
Gedenkfeierlichkeiten zum Millennium.

 

La svouta
Freilichtspiel zur rätoromanischen Identität. Sehen Sie dazu:   >>>  La svouta, Programm    –  pdf  30 Seiten

Inhalt:
13  Daniel Badilatti, Bainvgnieus
14  Daniel Badilatti, Willkommen
15  Daniel Badilatti, Benvenuti
16  Program – Programm
18  Gian Gianotti, Far teater per Zuoz, perche?
10  Gian Gianotti, Theaterspiele in Zuoz, warum?
12  Aus der Vorrede zum Band V, Oberengadinisch der Rätoromanischen Chrestomathie
13  Jacques Guidon, Davart il töch
14  Jacques Guidon, Zum Stück
16  Gian Travers – cuorta biografia
17  Gian Travers – Kurze Biografie
18  Gian Travers – una breve biografia
19  Riassunt dal cuntgnieu
24  Zusammenfassung des Inhalts
29  Riassunto del contenuto
34  Rollas e giuveders – Rollen und Schauspieler
37  Donatuors – Sponsoren – Sponsuors
39  Comitè d’organisazioun – Ortganisations Komitee

 

 

 

Inscenaziun – Gian Gianotti
Szena – Roger Staub
Costüms – Madlaina Gmür
Musica – Martin Derungs
Glüm – Wilfried Potthoff,  Theater Winterthur

 

 

Rollas e giuveders

Gian Travers 1, giuven chi ho stüdgio a l’ester, guvernatur, giurist – Rico Valär
Gian Travers 2, linguist, chancelier da l’ovais-ch, magiurdom – Daniel Badilatti
Gian Travers 3, umanist – Andri Fenner

Aurel 1, giuven famagl da Zuoz – Ludwig Magni
Aurel 2, maun dret da Gian Travers – Gian Piero Parli
Aurel 3, collavuratur critic da Gian Travers – Marco Gilly

Raida 1, giuvna da Zuoz – Ursina Patentalakis
Raida 2, maschnera dals Travers – Carola Bezzola
Raida 3, cumpogna dad Aurel – Laurence Badilatti

Xandra 1, figlia illegittima dal preir da San Güerg – Pia Valär
Xandra 2, duonna gnida a ster a Zuoz – Verena Valär
Xandra 3, cumpogna da Gian Travers – Margrith Bott

Gada 1, giuvna da Zuoz, amia dals iffaunts – Anita Mischol
Gada 2, giuvna antropofila – Verena Meuli-Buob

Burghard, servitur fidel da Gian Travers – René Müller
Güstin, giuven da Zuoz, collavuratur da Gian Travers – Hansjörg Buob

Spejel etnologic – Maud Kobelt

Peter Bart Padrun, preir da San Luzi – Gianin Caviezel
Custant Georgius, chaplaun a San Bastiaun e Sta. Chatrigna – Lench Nuotclà
Nuot Giaclin, presbiter – Gian Marchet Niggli

Raduolf Pernisch, umanist – Brosi Gilly
Marcus Alpinus Tatius, umanist – Jon Candrian
Philipp Galicius, refuormatur – Jost Falett
Johannes Blasius, refuormatur – Jon Candrian

Ippolit von Salis, sindicatur da las Trais Lias – Daniel Ardüser
Andreja de Planta, cuvih da Zuoz – Karl Klarer
Jan Martign Raschèr, cuvih da Zuoz – Franz Waser

Dumeng Ambriesch, hom – Christian Meuli
Göri Truesch, marangun – Roberto Zanetti
Bram da Clo zop, giuven chavaller da soma – Hansjörg Buob
Fadri Fadrella, chavaller da soma – Gian Piero Parli
Duri Fuglüm, farrer – Peter Angelini
Gian Arard, il müt – Arno Sulser

La Bua, il chirurg da champagna – Marco Gilly

Andraja Gialun, güdisch da pêsch – Gian Rudolf Caprez
Il nuder – Gian Marchet Niggli
Serviturs dal güdisch da pêsch – Peter Angelini, Brosi Gilly
Göri Petsch, misteraun – Lench Nuotclà

Mercenari 1, Chasper – Giachen Marugg
Mercenari 2, Guolf – Hansjörg Buob
Mercenari 3, Lurainch – Guadench Mischol
Mercenari 4 – Peter Angelini
Mercenari 5 – Brosi Gilly
Mercenari 6 – Roberto Zanetti

Mohr, mess da cumün da Susch – Guadench Mischol

L’incuntschaint – Edith Müller

Arman, giuven dit Poppel, giova Josef – Christian Meuli
Biet, giuven dit Rabiz, giova Ruben, il frer da Josef – Rico Valär
Lüzo, giuven dit Zizi, giova Zabulon, il frer da Josef – Michele Badilatti
S-cher, giuven dit Muschna, giova il marchadaunt – Ludwig Magni
Lücha, giuven dit Puina, giova Jacob, il bap da Josef – Brosi Gilly
Giosuel, giuven dit Chazzot, ho banduno ils stüdis, giova Potiphar – Giachen Marugg
Mun, giuven dit Chuogl, giova il sudo da Potiphar – Rico Valär
Fila, giuven, giova Mecha, la duonna da Potiphar – Peter Angelini
Ri, giuven dit Patügl, giova Zahia, la chambrera da Mecha – Roberto Zanetti

Muna, giuvna – Anna Caprez
Giosua, giuvna – Charlotte Schucan
Ughetta, fulastera da derivaunza taliauna, amia dal mercenari Pol – Nicoletta Gassler
Inglina, giuvna trista – Laura Meng
Ligrezcha, duonna in led – Lilly Mischol
Naina (Madlaina) duonna giuvna – Chatrina Willy

Güstina, collavuratura da Gian Travers, duonna chi so leger – Annemieke Buob
Detta Nayra, veglia dischillusa – Anita Grundbacher
Giogscha, veglia in dispitta cun Detta Nayra – Marlies Zuber
Giogscha, duonna – Edith Müller

 

Iffaunts gruppa 1
Alesch – Christof Buob
Baldin Petsch – Michele Badilatti
Tati – Peder Sulser
mat – Aligi Badilatti
Mina – Martina Sigrist
Turitea – Nadia Federspiel
Una – Romina Sigrist
matta – Carmen Federspiel
matta – Marina Hosang

Iffaunts, gruppa 2
Alesch – Ursin Gilli
Baldin Petsch – Dumeng Bezzola
Tati – Tino Schlumpf
mat – Andreia Bezzola
Mina – Caterina Patentalakis
Turitea – Flurina Bezzola
Una – Aita Sulser
matta – Nadine Camichel
matta – Marianna Patentalakis
matta – Claudia Zanetti

 

Homens da Zuoz
Daniel Ardüser, Daniel Badilatti, Gian Rudolf Caprez, Marco Gilly, Gian Marchet Niggli, Lench Nuotclà, Gian Piero Parli

Giuvnas da Zuoz
Anna Caprez, Laura Meng, Anita Mischol, Seraina Nuotclà, Ursina Patentalakis, Charlotte Schucan, Pia Valär, Sabina Wyss

Duonnas da Zuoz
Laurence Badilatti, Carola Bezzola, Margrith Bott, Annemieke Buob, Anita Grundbacher, Verena Meuli-Buob, Lilly Mischol, Edith Müller, Verena Valär, Chatrina Willy, Marlies Zuber

 

 

Fotografias: Ivo Andri, Müstair

 

 

 

 

 

 

Projekt-Leitungsmitglieder

Roger Staub
Ausstattung Grafiker. Verschiedene Ausstattungen, zuletzt beim TIF Theater im Fass, Momoll Jugendclub und Sommertheater in Schaffhausen und Ausstattungsassistenzen, zuletzt im Theater Basel, beim Schaffhauser Sommertheater 1998 TELL und bei Marc Deggeler in Berlin / Prag (Schweizer Beitrag an der Quadriennale).

Gianni Secchi
Bauten, Architekt in Zuoz. Umsetzung der Modelle, Arbeitsvergaben und Bauüberwachungen.

Gudensch Mischol
Gemeindevorarbeiter Zuoz. Koordination und Leitung der baulichen und verkehrstechnischen Gemeindeleistungen.

Madlaina Gmür
Kostümbildnerin. Verschiedene Ausstattungen zuletzt in Florenz und Sondrio.

Monica Merz
Textildesignerin, Privat wohnhaft in Zuoz, Leitung des Kostümateliers.

Martin Derungs
Musiker und Komponist, Zürich. Komposition Lieder und Rhythmen,

Albert Gaudenz
Chor- und Musikleiter, Lehrer in Zuoz.

Jacques Guidon
Autor, Kunstmaler. Ehemals Sekundarlehrer und Kulturbeauftragter der Lia Rumantscha. Verschiedene Publikationen, Theaterstücke und eigene Inszenierungen.

Rico Parli
Theolog, ehem. reformierter Pfarrer in Zuoz. Dramaturgische Beratung.

 

 

 

 

 

>>>  Weitere 50 Fotos von Ivo Andri

 

 

INFORMATION SZENE, Nr. 975
5. August 2000

«La svouta»
von Jacques Guidon

Es ist etwas eigenes um Theater-spiele, in denen Dorfgemeinschaffen aus ihrer eigenen Geschichte schöpfen: nicht zuletzt entdecken sie dabei ihre Gegenwart. «La svouta» («Die Wende») von Jacques Guidon, gespielt auf dem Schulhausplatz von Zuoz in der Inszenierung von Gian Gianotti, gilt vordergründig Gian Travers, dem Schöpfer der ladinischen Schriftsprache, und seinem Lebensweg zum Reformator.

Ich finde es immer wieder spannend, über eine Aufführung nachzudenken, von der ich – fast ohne Ausnahme – kein Wort verstanden habe, weil mir die Sprache, in der gespielt wird, fremd ist. Im Publikum zu sitzen, mich von ihm in die Aufführung tragen zu lassen, ist eines – aber die Verarbeitung ist nicht so einfach, auch wenn das Programmheft Texte, Inhaltsangaben und Zusammenfassungen auch in Sprachen enthält, die ich verstehe. Das hilft – aber das Verstehen ist oft indirekt.

Roger Staub hat auf den Platz eine Bühne in Form von gewölbten Hügeln aus Brettern gestellt, eine Art Landschaft, aus deren Untergrund immer wieder Geräusche zu hören sind: da bewegt sich untergründig nicht wenig – zu erkennen ist es nur indirekt. Bevölkert wird diese Szene von Dutzenden von Kindern, Frauen und Männern – wobei die Reihenfolge nicht zu Wertungen verführen soll. Gerade die Kinder zeigen viel Hintergründiges, demonstrieren mit ihren Spielen Einordnung und Ausgrenzung, die gesellschaftlichen Voraussetzungen, in denen Travers vom jungen Mann, der auszieht, sich zu bilden, bis zur Vaterfigur für die ganze Landschaft sich entwickelt. Gian Gianotti lässt ihn von drei Akteuren unterschiedlichen Alters spielen – wobei diese Rollenträger sich offen ablösen: irgendwo steht schon der Mann, wenn der Jüngling zurückkommt, und wenn dieses Stadium erfüllt ist, steht längst der Alte bereit. Nicht nur das: jedes dieser «Alter» ordnet sich wieder in das Volk ein, aus dem es hervorgetreten ist – ein schön inszenierter Wandel.

Denn auch dieser Travers ist, in welchem Alter auch immer eine Figur unter vielen – und diese Vielen sind, Kinder, Frauen und Männer, subtil detailliert nicht nur in ihrem sorgfältig choreographierten gemeinsamen Auftreten, sondern auch als einzelne Charaktere – und beileibe nicht bloss über ihre (im übrigen durchwegs überzeugend sorgfältig artikulierte) Sprache – sonst hätte ich diese Differenzierung ja nicht mitbekommen können.

Klänge spielen in dieser Aufführung eine wichtige Rolle: Schläge, die aus dem Untergrund Handwerk suggerieren, Geräusche marschierender Füsse in hohen Schuhen – und nicht zuletzt die von Martin Derungs komponierten gesungenen Chöre. Exzellent in der subtilen Charakterisierung auch die Kostüme von Madlaina Barsanti-Gmür: durchwegs grau in grau gehalten beim Volk, kontrastiert durch schwarze Anzüge und farbige Kravatten bei den Honoratioren.

Hansueli W. Moser-Ehinger

 

 

Pressestimmen: 

>>>  La svouta – ün gö liber davart la vita da Gian Travers  Engadiner Post, mf.  21.11.1998
>>>  Il gö liber ‘La Svouta’ a Zuoz prosperischa  La Quotidiana, Claudio Prader  9.6.99
>>>  Das Stück: La svouta – die Wende  Evviva, rt/pd  20.11.99
>>>  Moderne hommage an Gian Travers  DIE SÜDOSTSCHWEIZ, Aldo Mathis  27.6.2000
>>>  A Zuoz regna travasch ed euforia  La Quotidiana  20.7.00
>>>  Kleider machen Leute  Engadiner Post, rs.  20.7.00
>>>  Moderne Hommage an Gian Travers  Bündner Zeitung, Aldo Mathis  24.7.00
>>>  Grandiusa premiera da ‘La Svouta’ a Zuoz  Engadiner Post  29.7.00
>>>  Diverse Ankündigungen  31.7.00
>>>  Ladiner Renaissance  Bündner Tagblatt, Gieri Cavelty  31.7.00
>>>  Trais Travers traversan il Temp  La Quotidiana, Fögl Ladin, va; anr/be  31.7.00
>>>  Omaggio alla libertà di coscienza  Il Grigione Italiano, br, gaw  2.8.00
>>>  En viadi e’l temp da Travers  La Quotidiana, Barbla Etter, ANR  3.8.00
>>>  Il giuven Gian Travers dà audienza  La Quotidiana, Flurin Andry, ANR  3.8.00
>>>  ‘La svouta’ Premiere in Zuoz  Information Szene, Hansueli W. Moser-Ehinger  5.8.00
>>>  L’atmosfera da ‘La svouta’ es unica  La Quotidiana, anr/be  7.8.00
>>>  L’atmosfera da ‘La Svouta’ es unica  Engadiner Post, anr  17.8.00
>>>  ‘La Svouta’ – le lingaz scrit ciafa forma  La usc di Ladins furlans  26.8.00
>>>  Revista da l’an  Quotidiana  Dez. 2000

 

 

 

Sastre, WILHELM TELL HAT TRAURIGE AUGEN

1998 S / de / D

 

 

 

Plakat/Grafik: Roger Stau

Alfonso Sastre: GUILLERMO TELL TIENE LOS OJOS TRISTES (1965)
Sommertheater Schaffhausen, Stahlgiesserei, Intendant Bruno Merlo

 

Premiere: Freitag, 7. August 1998

Weitere Vorstellungen, jeweils Mittwoch bis Samstag:
8., 12., 13., 14., 15., 19., 20., 21., 22., 26., 27., 28., 29. August
2., 3., 4., 5., 9., 10., 11., 12. September, um 20.15 Uhr

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Alfonso Sastre, WILHELM TELL HAT TRAURIGE AUGEN
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Projektleitung: Bruno Merlo, Matthias Freivogel, Richard Meier, Susanne Boser, Gian Gianotti
Übersetzungsgruppe: Bruno Merlo, Heini Pestalozzi, Max Baumann, Susanne Debrunner, Susi Kohler-Merlo
Redaktion und Textfassung: Gian Gianotti

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Inszenierung – Gian Gianotti
Musik – Fabian Neuhaus
Ausstattung – Gian Gianotti, Rolf Derrer, Roger Staub
Kostüme und Requisiten – Barbara Wirz, Monika Stahel
Licht-design – Rolf Derrer, DELUX Zürich
Maske – Anna Schneider
Regieassistenz – Matthias Lehmann

Grafik – Roger Staub
Fotos – Max Baumann, Sylvia Hüsler, Bruno Bührer
Pressearbeit – Stephan Ramming
Bauleitung – Felix Pletscher
Technik – Urs Ammann, Fabian Amsler, Andri Beyeler, Dominik Roost
Theater-Beiz – Ariane Trümper, Andreas Vogelsanger, Andreas Bossert

 

© Rechte: Ahn & Simrock, Bühnen- und Musikverlag GmbH, München
Die Inszenierungsfassung © Verein Sommertheater Schaffhausen 1998 kann bei Gian Gianotti bestellt werden

 

 

Fotos auf dieser Seite: Bruno Bührer

Besetzung
Die Familie Tell-Fürst:
Wilhelm Tell – Mathias Gnädinger
Hedwig Fürst, seine Frau – Susanne Debrunner
Walter, sein Sohn – Michael von Burg
Walter Fürst – Heini Pestalozzi

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Die Gesellschaft:
Der Vorarbeiter – Beat de Ventura
Der einarmige Bettler – Beat Windler
Der gelähmte Bettler – Ruedi Widtmann
Der Blinde – Walter Rüegg
Der Junge – Matthias Lehmann
Sergeant der Militärpolizei – Hans Martin Bernath
Zwei Militärpolizisten – Philipp Lippuner, Felix Pletscher
Eine alte Frau – Doris Nydegger
Der Wirt – Röbi Gasser

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Männer aus Uri:
Tom Luley, Attila Gaspar, Marco Streuli, David Vogel, Etienne Prodolliet
Stauffacher – Beat de Ventura

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Männer aus Schwyz:
Teddy Hänny, Florian Krähenbühl
Melchtal – Hans Martin Bernath

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Männer aus Unterwalden:
Mattijs de Graaf, Julian Tschanen, Matthias Lehmann

Leute aus dem Gefolge des Gouverneurs:
Gessler, der Gouverneur – Walter Rüegg
Ausrufer 1, Sekretär 2 – Barbara Werner
Ausrufer 2, Sekretär 1 – Sasha Hagen

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Arbeiter und Soldaten der Armee des Gouverneurs:
Alexandra Häberli, Annina Keller, Beat Windler, David Vogel, Denise Hiltbrunner, Eliane Debrunner, Florian Krähenbühl, Marco Streuli, Marco Wittwer, Marisa Cervini, Martina Schmocker, Mattijs de Graaf, Myrtha Leu, Sandra Jauch, Sonja Lütschg, Teddy Hänny, Thomas Schlegel

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Frauen:
Angela Flegel, Hanna Rüegg, Marleen Schyvens, Petra Geitlinger, Verena Erne

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Kinder:
Jeweils am Mittwoch und Freitag: Anna Brügel, Johanna Vogelsanger, Julian Tschanen, Linda de Ventura, Maurus Meier, Noah Valley, Sara de Ventura
Jeweils am Donnerstag und Samstag: Lenz Furrer, Marie Tanner, Laura Schyvens, Basil Hotz, Carim Chenna, Gilles Schyvens, Camille & Rainier

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Zum Stück:
Mit ‘Wilhelm Tell hat traurige Augen’ erzählt der Spanische Autor Alfonso Sastre die Tellgeschichte nach Schiller in anderer Form. Gessler ist kein eingesetzter fremder Reichsvogt, sondern ein Herrscher in eigener Sache, aus der Region, der sich seine Position und Macht vor Ort “erarbeitet” hat. Seine Tyrannei ist “Gessler-gleich” und Tell ist schliesslich auch der “Befreier”. Seine Tat ist aber keine politische Aktion oder gar Revolution, sondern eine ganz persönliche Rache für zugefügtes Volks- und Familien-Leid. Für seine aggressive Haltung gegen die Willkür und Selbstherrlichkeit Gesslers wird er mit dem Apfelschuss bestraft, wie bei Schiller. Bei Sastre hätte Tell jede persönliche Verfolgung seitens Gessler “erwartet”, diese neue, sadistische Dimension und Perversität wirft ihn aber aus der Bahn, und nun muss er seine Treffsicherheit gegen seine Verunsicherung “beweisen”: Gessler will diese Erniedrigung als “Volksbelustigung und Theaterspektakel” haben – bei Todesandrohung an Vater und Sohn wenn Tell nicht schiesst, und zwar «jetzt!» und: «Action!» Tell muss schiessen, trifft daneben, sein Sohn Walter stirbt. Mit dem zweiten Schuss trifft Tell genau und erschiesst Gessler aus persönlicher Rache. Walters Tod erzeugt den Volksaufstand und neue Machthaber stehen bereit, die Führung des Landes zu ergreifen – und diese “heucheln” Tell zur mythischen Symbolfigur – denn das Volk soll jubeln können!

Alfonso Sastre wurde 1955 vom “Teatro Nacional Madrid” beauftragt, das Schauspiel von Friedrich Schiller für Spanien umzuarbeiten. Er pointierte die sadistische Perversität des faschistischen Regimes in Spanien derart, dass die Aufführung umgehend von der Zensur verboten wurde und erst im Jahr 1972 in Cagliari, Sardinien in kleinerem Rahmen uraufgeführt wurde.
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Alfonso Sastre am Tag nach der Premiere, wir sassen in unserem Garten bei einem kleinen, privaten Brunch zusammen – und da sagte Er:

“… ich bedanke mich bei allen Beteiligten! … und bin froh, so sehr froh, dass mein Tell, ‘… mit seinen traurigen Augen …’ nun wirklich auch  seine richtige Uraufführung  erleben konnte, in dieser Dimension … in dieser Leichtigkeit … Ernsthaftigkeit … hatte ich es mir immer vorgestellt. Danke! … allen!”

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Zum Projekt, Stück, Inszenierung:
sehen Sie die  Pressestimmen  oder auch die  Gespräche.  Stephan Ramming hat mit Beteiligten gesprochen.


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Die  Gespräche  aus dem Programmheft  – pdf
>>>   Stefan Ramming – Redaktion
>>>   Alfonso Sastre
>>>   Bruno Merlo
>>>   Gian Gianotti
>>>   Mathias Gnädinger
>>>   Michael von Burg
>>>   Fabian Neuhaus
>>>   Barbara Wirz
>>>   Fritz Fankhauser
>>>   Der Dank
>>>   Impressum

 

Gian Gianotti, Eine Erinnerung an die Arbeit mit   >>>  Mathias Gnädinger

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Fotos: © Bruno Bührer, Schaffhausen

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Weitere 3 Fotos von >>> Bruno Bührer
Weitere 106 Fotos aus den Proben von >>> Sylvia Hüsler
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Pressestimmen:

>>>  ‘Ich möchte um die Figur ringen müssen’ Schaffhauser az, Praxedis Kaspar 18.6.97
>>>  Ein spanischer Tell kommt nach Schaffhausen Schaffhauser Nachrichten, Ste. 27.7.97
>>>  ‘Das Stück trifft nicht den ersten August, sondern leicht daneben’ Schaffhauser az 27.9.97
>>>  Spanischer Tell in Schaffhauser Stahlwerk Bodensseregion, Roger Steinmann 8.4.98
>>>  Tells Geschoss in der Stahlgiesserei Schaffhauser Nachrichten, E.F. 24.6.98
>>>  Schaffhauser Sommertheater akzente Juli-August ’98
>>>  Wilhelm Tell hat traurige Augen Theater Zytig Juli-August ’98
>>>  Wilhelm Tell hebt ab Schleitheimer Bote, R. Schlatter 6.7.98
>>>  Kinder über für die Apfelschussszene Schaffhauser Nachrichten, MB. 9.7.98
>>>  Spielort mit Brisanz Schaffhauser az, Praxedis Kaspar 9.7.98
>>>  Mathias Gnädingers ‘Tellgeschoss’ Schaffhauser Nachrichten, Edith Fritschi 25.7.98
>>>  Wilhelm Tell lässt einem nicht mehr los Klettgauer Zeitung, dn 5.8.98
>>>  ‘Tell 98’ – Grundfesten überdenken Schaffhauser Bock, uk.,pd 3.8.98
>>>  Glückliche Familie Tell Bote vom Untersee, sr 4.8.98
>>>  Sommertheater, Schwerstarbeit in der Stahlgiesserei Schaffhauser Nachrichten 5.8.98

>>>  Sommertheater-Premiere am Freitag Schaffhauser Bock, ev. 5.8.98
>>>  Wilhelm Tell erschiesst Walterli Blick 5.8.98
>>>  Wilhelm Tell hebt ab Die Südostschweiz, Martha Morandi 5.8.98
>>>  Gezielt und getroffen Coop Zeitung 5.8.98
>>>  Spiel der Männer in der Fabrik Schaffhauser Nachrichten, Agenda, Wolfgang Schreiber 6.8.98
>>>  Regen fürs Sommertheater Schaffhauser Nachrichten, W.S. 6.8.98
>>>  Spiel der Männer in der Fabrik Wochen ExPress, Wolfgang Schreiber 8.6.98
>>>  Tell in der Stahlgiesserei Schaffhauser az, ba. 6.8.98
>>>  Uugrächtigkeite WochenZeitung, aw. 6.8.98
>>>  Alfonso Sastre ‘Ich bin begeistert’ Schaffhauser Nachrichten, efr. 8.8.98
>>>  Mutiger Tell trifft Zuschauergunst Blick, Daniel Arnet 8.8.98
>>>  Tell-Premiere vor vollem Haus Schaffhauser Nachrichten, E.F. 8.8.98
>>>  Tells Premieren-Geschoss – ein Volltreffer Schaffhauser Nachrichten, E.F. 8.8.98
>>>  Die Verweigerung des Hauptdarstellers SonntagsZeitung, Bea Emmenegger 9.8.98
>>>  Der etwas andere Apfelschuss Schweizer Illustrierte, Susanne Strässle 10.8.98
>>>  Ein Freiheitsheld, der lästig wird Basler Zeitung, Maya Künzler 10.8.98
>>>  Gar traurig ist es, wenn der gute Wilhelm Tell daneben schiesst Aargauer Zeitung, sda 10.8.98
>>>  Schiesst und trifft prompt daneben Basler Zeitung, Benedikt Scherer 10.8.98
>>>  Trauriges Revolutionsdrama Der Bund, Sonja Augustin 10.8.98
>>>  Wenn Wilhelm Tell danebenschiesst Südostschweiz, Stefan Borkert 10.8.98
>>> 
Wenn Wilhelm Tell danebenschiesst Bündner Tagblatt, sda 10.8.98
>>>  Wenn Wilhelm Tell danebenschiesst Zeitung für Baselland, sda 10.8.98
>>>  Wilhelm Tell hat wirklich traurige Augen Klettgauer Zeitung, tm. 11.8.98
>>>  Ein betrogener Wilhelm Tell Der Landbote, Tobias Hoffmann 11.8.98
>>>  ‘standing ovations’ Schleitheimer Bote, sda 11.8.98
>>>  Tödlicher Apfelschuss mit Karabiner Thurgauer Zeitung, Christof Münger 11.8.98
>>>  ‘Schiess numä Vater’ Die WochenZeitung, Beat Sterchi 14.8.98
>>>  Ein Schuss ‘ins Schwarze’ Schaffhauser Bock, Elisabeth Vetter 20.8.98
>>>  Frau Tell für eine Sommersaison Klettgauer Zeitung, dn 28.8.98
>>>  Mathias Gnädinger als trauriger Tell Coop Zeitung, Karin Minder 26.8.98
>>>  Ein Lehrstück – vor allem aber mitreissendes Theater Information Szene, Hansueli W. Moser-Ehinger 29.8.98
>>>  ‘Tell’ zum Letzten Schaffhauser Bock 9.9.98
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Brecht, AUFRITT BRECHT

1998     S / M / D / I

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Plakat: Daniel Rohner

 

Freilichtspiele/Klibühni Chur, Altstadt Chur, Stadttheater, Hotel Drei Könige; Organisation: Reto Bernetta

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Bertolt Brecht: AUFTRITT BRECHT, Gedichte, Balladen, Songs

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Aufführungsblöcke: 28., 29. März, 3., 4., 5. April, 30. April, 1., 2., 3. Mai 1998 – Zeiten siehe Flyer

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Konzept, Inszenierung oder Auftrittsbetreuung (je nach Wunsch und Bedürfnis der auftretenden Personen), Ausstattung: Gian Gianotti

Projektleitung: Matthias Balzer

Eine  Zusammenarbeit von: Klibühni das Theater, Chur – Verein Freilichtspiele Chur – Stadttheater Chur (Direktion Hans Heinrich Rüegg) – Kinocenter Chur (Emil A. Räber) – Zeitungen und Medien der Region.

Technische Betreuung: Nicola Vital

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AUFTRITT BRECHT
Rezitationen zum Brechtjahr

Am 10. Februar 1898 wurde Bertolt Brecht geboren. Er hat das Theater neu verstanden und definiert. Mit eigenen Inszenierungen erprobte er seine Texte und Theorien. Sein Theater hat in unserem Jahrhundert Geschichte gemacht. 1948 hat er in Chur sein Antigonemodell inszeniert. Diese Inszenierung war seine erste nach dem Amerikanischen Exil und die einzige überhaupt in der Schweiz. Diese Daten können uns nicht gleichgültig sein.

Neben dem Hauptstrang Theater hat Bertolt Brecht seit seiner Kindheit und bis zu seinem Tod auch Gedichte geschrieben. Sie begleiten ihn durchs Leben. In dieser Kunstform verfasst er ähnliches Gedankengut wie in seinen anderen literarischen Formen, aber noch kompakter, noch prägnanter. Das Gedicht beeinflusst seine übrige Schreibarbeit, seine Äusserungen, und seine Geschichten treten hier wieder auf. Ganze fünf von dreissig Bände seiner grossen kommentierten Berliner und Frankfurter Ausgabe sind seinen Gedichten gewidmet. Eine grosse und wichtige Präsenz.

In der Zeit des Umbaus ihrer Räumlichkeiten hat die Klibühni mit dem Verein Freilichspiele Chur zusammengespannt und präsentiert ein Programm mit Brechtgedichten in der ganzen Altstadt, sozusagen “Ante Portas”. Die Gedicht-Rezitation baut ebenso auf die Publikumskommunikation auf wie das Theater. Theatralische und literarische Präsenz in der Stadt Chur waren uns seit jeher ein Anliegen. Im Jahr 1998 wieder einmal mit Bertolt Brecht.

Viele Spieler sollten auftreten können. Die ganze Vielfalt der Möglichkeiten (vom prominenten Darsteller und Brechtinterpreten bis hin zum Churer Schulkind) sollte uns zeigen, welche Bandbreite der Auseinandersetzung mit dem Gedicht, Ballade und Lied/Song möglich war. Und die Teilnehmer konnten sich mit einer theatralischen Dimension messen: das Gedicht Bertolt Brechts getragen vom theatralischen Moment. Die Rezitation wurde zu einer Inszenierung in der ganzen Churer Altstadt.

Ein Fest sicher, fast ein Festival.

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Gian Gianotti, März 1998

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Aufgetreten sind:
76 Personen und weitere spontane,
nicht angemeldete und so leider auch nicht erfasste  Gäste 

A Thomas Achermann, Vreni Achermann, Jaap Achterberg, Babette Althaus, Isabel Augustin, B Vera Bauer, Felix Bertogg, Berufsmittelschule Chur (eine Klasse), Roland Brunner, C Agnes Caduff, Rinalda Caduff, Christine Camenzind, Flurin Caviezel, Ettore Cella, Daniel Cholette, D Monika Dierauer, Bettina Dieterle, Irene Dobrilla, F Susanne Fischer, Iva Formigoni, J.A. Friedrich, Daniel Fueter, Serena Fueter-Saboz, G Grec Galli, Silvana Gargiulo, Patrice Gilly, Karsten Gloger, Germann Greull, Heidi Grüter, H Denise C. Haas, Ursina Hartmann, Hans Hassler, Andrea Herdeg, Helena Häusler, Hendrieke Heyse, J Domenic Janett, Nina Janggen, Peter Jecklin, Tiziana Jelmini, Marietta Jemmi, Engalina Joos, Catharina Joss, K Vera Kaa, Andreas Klaeui, Claudia Klopfstein, Esther Knappe, Oliver Krättli, L Lisa Lanicca, Lehrerseminar Chur (eine Klasse), Leontina Lechmann, Werner Lüdi, M Antje Mairich, Stefania Mariani, Mirko Marr, Marcel Metten, Christina Mosimann, N Andrea Noseda, O Vera Oelschlegel, P Terzio Paganini, Christa Parpan, Max R. Pichelsteiner, R Verena Rendtorff, Renate Richter, Oliver Rickenbacher, Lukas Rohner, Simone Rohner, Judith Rohr, Edi Rölli, Kerstin Rullik, Gian Rupf, Klaus Henner Russius, S Stefano Scherini, Jan Schlegel, René Schnotz, Esther G. Schwab, Brigitte Schweizer, Scuola Dimitri (10 Personen), Valerie Steinmann, T Theater Amarok, Nicole Tondeur, Barbara Tscharner, Edith Trepp, Fritz Trippel, Barbara Tscharner, U Eveline Ulmer, V Helmut Vogel, W Dorothea Walther, Nikola Weisse, Tania Winter, Raimund Wurzwallner … und weitere spontane Gäste und Schüler der genannten Schul- und Berufsschulklassen. 

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Und es wurden über 400 Gedichte, Texte und Lieder vorgetragen:

>>>  AUFTRITT BRECHT, WER WAS   pdf 10 Seiten – (wer hat was rezitiert)
>>>  AUFTRITT BRECHT, WAS WER   pdf 10 Seiten – (was wurde von wem rezitiert) 

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Der Ablauf:
Bei der Stadtpolizei Chur wurden für die Tage und Veranstaltungszeiten 13 Plätze für uns reserviert. Die Zuschauer können sie nach dem Rezitationsprogramm oder nach eigener Wahl abschreiten. Schlendernd können sie ihren Gedanken nachgehen, dies oder jenes aufpicken und oft schmunzeln über die Raffinesse der Brecht-Lyrik. Sie werden neue Perspektiven gewinnen, Ecken und Plätze der Stadt Chur neu sehen und das Gedachte neu hören. Bei guter Witterung wird der Rundgang zu einem lockeren Spaziergang, bei schlechter werden die Restaurants am Weg aufgesucht: die Rezitationen finden dann drinnen statt.
Koordiniert mit dem Publikumsrundgang wandern auch die “Rezitatoren”, die Schauspieler, von Ort zu Ort, von Podest zu Podest, um mit neuem Inhalt immer wieder das gleiche Publikum anzutreffen.
Auf den Plätzen werden einfache Theater-Podeste aufgestellt: ein sichtbarer Ort, eine Darbietung und das Publikum – die erste und einfachste Theatereinheit. Diese erste Bühneninfrastruktur soll an die Wandertruppen und an die Verkaufsbuden erinnern, die dargebotene Materie, das sind Gedanken (“wir verkaufen Sätze”) – oder wie Brecht sinngemäss in einem Gespräch gesagt hat: “Kurzschlüsse”.

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Die Orte:
Arcas, Brotlaube, Martinsplatz, Bärenloch, Comandergasse, Rabengasse, Hegisplatz, Karlihof, Regierungsplatz, Rathaushalle, Kornplatz, Ochsenplatz, Gansplatz, Paradiesplatz

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Projektgruppe:
Agnes Conrad, Cordula Pompino – Logistik
Christa Parpan-Dericum, Ursina Hartmann – Öffentlichkeit
Daniel Rohner, Grafik
Gian Gianotti, Regie, Dramaturgie
Mathias J. Balzer, Projektleitung
Nicola Vitali, Technik
Renato Delnon, Reto Bernetta, Rolf Steiner, Finanzen
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Mit der Unterstützung von:
Kanton Graubünden – Stadt Chur – Bürgergemeinde Chur – Graubündner Kantonalbank – Mettler Heinrich Söhne, Chur – MIGROS Genossenschaft St. Gallen – Passugger Heilquellen AG – Radio Grischa – Trimarca AG, Chur – Mitglieder der Klibühni und des Vereins Freilichspiele Chur. Besten Dank!

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Pressestimmen, darin auch einige Fotos der Veranstaltungen: 

>>>  Ausschreibung  Südostschweiz BündnerWoche Bündner Tagblatt  10-11.12.97
>>>  ‘(Gross-)Auftritt Brecht’ in der Churer Altstadt  Bündner Tagblatt, Peter Masüger  26.3.98
>>>  Auf den Spuren von Brechts Vielseitigkeit  Bündner Zeitung, Jano Felice Pajarola  7.4.98
>>>  Bertolt Brecht im Multipack  Südostschweiz, pdj.  27.3.98
>>>  ‘Brecht-Revue im Stadttheater’ neben ‘Auftritt Brecht’  Bündner Tagblatt  26.3.98
>>>  Literarisches eines Hundertjährigen  Bündner Zeitung/Die Südostschweiz, Peter de Jong  30.3.98
>>>  Erinnerungen an Bertolt Brecht, Ettore Cella und Valerie Steinmann  Bündner Tagblatt  31.3.98
>>>  Haifische auf dem Gansplatz oder wie Brecht heute wirkt  Bündner Tagblatt, Adriano Aebli  31.3.98
>>>  Literarische Bijoux eines ‘Hundertjährigen’  Bündner Zeitung, Die Südostschweiz, Peter de Jong  30.4.98
>>>  Letzter ‘Auftritt Brecht’ auf den Churer Strassen und Plätzen  Bündner Zeitung, Peter Masüger  30.4.98
>>>  Das Geschenk an die Churer Bevölkerung wurde zurückhaltend angenommen  Bündner Tagblatt, Peter Masüger  5.5.98
>>>  Brecht auf der Strasse  Georg Jäger, Leserbrief an Bündner Zeitung und Bündner Tagblatt  27.5.98
>>>  ‘Auftritt Brecht’: überwiegend positive Bilanz  Terra Grischuna, mas/tg  Juni 3/98 

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Gianotti, CONFINI E NO

1997     S / I / it

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Locandina:  art&graphica, Sondrio

Produzione festiva per il bicentenario, 1797-1997:  CONFINI E NO
200mo/teatro, Sondrio-Coira-Milano, Bianca Bianchini

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Gian Gianotti,  CONFINI E NO

200mo/teatro, Sondrio-Coira-Milano
Prima: 10 ottobre 1997, Teatro Pedretti Sondrio, Prima mondiale

17 rappresentazioni in Valtellina, Bormio, Val Chiavenna, Grigioni e Milano
>>>   Le date delle rappresentazioni

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Gruppo esecutivo del Comitato promotore:
Pietro Biavaschi, assessore della Provincia di Sondrio
Bianca Bianchini, dirigente della Provincia di Sondrio
Georg Jäger
Paolo Rainieri
Guglielmo Scaramellini
Bruno Ciapponi Landi, coordinatore organizzativo

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Spettacolo teatrale per i 200 anni
dalla separazione della Valtellina Bormio e Chiavenna
dalle Tre Leghe Grigioni,
il 10 ottobre 1797

Lo spettacolo fu registrato dalla Televisione della Svizzera italiana RTSI
e andato in onda il 10 ottobre 1998

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Regia e scenografia – Gian Gianotti
Musica – Claudio Berberio
Costumi – Madlaina Gmür
Organizzazione – Gente Assurda, Sondrio

Assistenza alla produzione – Davide Benedetti

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Fotografie: Studio Federico Pollini Sondrio

GLI  ATTORI:

Laura Flematti, la mamma
Mattia Bertolazzi, il bambino-signorino
Mirton Vajani, la nonna
Giovanni Besio, il padre

Elisa Pro, la bambina-innestata
Irina Makarova, la bambina-innestata
Veronica Crippa, la bambina-innestata
Giuseppe Gambarri, il messaggero

Paolo Gobetti, il dottor Lavizzari
Enrico Moroni, il conte

Fabio Bettinelli, il fratello-somaro

Chiara Moroni, la bambina
Francesca Micheli, la signorina-sposina
Sabrina Rossi, la sposa
Cristina Vaghi, una vicina

Isabella Castellini, una vicina
Luciana Cairoli, una vicina
Francesca Micheli, una vicina

Roberta De Devitiis, Giuseppe, il servitore del Commissario
Alessandro De Giobbi, lo sposo

Stefano Scherini, il fratello-studioso

Fabio Bettinelli, don Filippo Piazzi
Giovanni Besio, procancelliere Giacinto Carbonera

Alessandro De Giobbi, uomo pro
Giuseppe Gambarri, uomo contro
Enrico Moroni, dottor Pietro Martire Ferrari

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Giuseppe Trabucchi, musicista
Luca Trabucchi, musicista

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Collaboratori

Davide Benedetti, assistenza alla regia
Cristina Rizzi, assistenza alla stampa
Olga Vinals Martori, trucco
Alessandro, luci
Giuseppe Sforza, tecnica, luci
Andrea Maspero, tecnica, amministrazione
Gerri Magon, tecnica, assicurazioni
Elena Gianoli, aiuto costumi
Daniela Manzocchi, aiuto coreografia
Rosaria Pezzini, grafica
Federico Pollini, fotografie
Cooperativa Gente Assurda, sostegno amministrativo

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CONFINI E NO   –  il contenuto e lo spettacolo:

È la storia di una famiglia che vive in Valtellina negli anni del 1785 al 1815 circa. Le persone si confrontano su fatti e conflitti che sono simbolicamente tratti dalla storia della regione. Le scene presentano momenti umani, familiari e sociali.

Le relazioni interfamiliari sono accompagnate dalla lettura oggettiva di lettere, trattati, dichiarazioni e contratti storici.


Confini e no” è uno spettacolo teatrale che mette in scena la storia ipotetica di una famiglia valtellinese durante il trentennio dal 1785 al 1815. Aspetti significativi delle comuni radici, relazioni tra uomini semplici e personaggi storici illustri vengono drammatizzati in un contesto moderno e “antinaturalistico”, accompagnato dall’interpretazione letterale di documenti storici e ufficiali (importante il decreto napoleonico di Passariano, del 10 ottobre 1797, con cui la Valtellina e i contadi vengono annessi alla Repubblica Cisalpina) e da canzoni e melodie originali dell’epoca e della valle.
La storia delle due regioni subisce in questo modo una rilettura critica secondo una prospettiva condivisa e proiettata verso il futuro. Divulgare la storia comune, contribuendo nello stesso tempo alla revisione critica della storiografia delle due aree, è uno degli scopi di questa rappresentazione che si avvale della partecipazione di due attori professionisti (Mirton Vajani e Stefano Scherini) e di una ventina di attori provenienti dalle compagnie teatrali locali. Molti di questi sono di “Gente Assurda”, la giovane compagnia di Sondrio che fornisce allo spettacolo anche l’aiuto regista Davide Benedetti.
Sfumati i ruoli classici di prim’attore, sulla scena prendono corpo situazioni e suggestioni molteplici, non di rado intersecatesi tra loro per dar vita a un prodotto che appare “corale” fin dalle prime battute: ognuno ha un posto nella vita, ognuno ha un posto sulla scena dove l’equilibrio sembra essere il bene da salvaguardare. “Se tutti vogliono che tutto resti com’è, e tutti vogliono che tutto cambi”, riflette sullo sfondo la bambina “come si fa a non cambiare qualcosa … e a mantenere tutto com’è?”. Un interrogativo fondamentale, quasi un gioco di parole, che sembra riassumere il senso di un testo che si muove lieve tra confini e no.

 

 

Le scene:
1     La partenza del bambino-signorino per lo studio fuori valle. Il bambino resterà via per anni.
2     Il padre lo accompagna e lo lascia partire.
3     Il dottor Lavizzari racconta degli innesti antivaiolosi.
4     La bambina si domanda perchè lui può partire e lei no e parla della libertà delle persone, dei sentimenti e delle relazioni.
5     La nonna la educa, dicendo che tutto resta sempre com’è e che il principio delle strutture non cambia mai.
6     La mamma si domanda se i cambiamenti delle persone nelle strutture devono sempre essere motivo di guerra.
7     La sorella si domanda perchè la nonna parla di relazioni se non ne capisce niente e si fa signorina-sposina.
8     I genitori perdono la speranza di avere ancora un segno di vita del bambino-studioso.
9     La signorina-sposina sa che tutto cambierà e che tutto sarà differente, ma non lo dice a nessuno.
10   La nonna tiene per morto il bambino-studioso e sparte il resto della sua dote tra i famigliari.
11   Giuseppe, il servitore del Commissario, si presenta e racconta del processo alle gattane.
12   Lo sposo parla della sua posizione e presenta il suo contratto coniugale.
13   La sposa accetta la pretesa della società.
14   Il messaggero parla dei trasporti della merce che esce dalla Valle, mentre quasi nulla rientra.
15   Il fratello-studioso rientra e nessuno lo riconosce.
16   Il dottor Lavizzari riepiloga l’andamento degli innesti antivaiolosi che si praticarono ai figliuoli de Salis.
17   Lo sposo rappresenta e difende la forza maschile e la struttura famigliare.
18   Lo studioso domanda alla sposa perchè lei accetta di aver perso i suoi sogni di una volta.
19   Lei si arrabbia e gli domanda cosa ne voglia capire lui di queste cose.
20   Lui parla dei grandi cambiamenti che capitano fuori.
21   Il conte difende le strutture e posizioni divine e naturali.
22   Il fratello-studioso racconta di altre possibilità.
23   Gli uomini della Valle si organizzano per la libertà valtellinese.
24   Le vicine, Giuseppe e la sposa vedono la vita.
25   Gli uomini della Valle preparano il licenziamento del Governatore a Marca e decantano la libertà.
26   L’idea della confisca dei beni grigioni in Valtellina.
27   Alcuni personaggi raccontano dei loro vecchi sogni.

In più, in questo programma sono intrecciate parti di tre scene di Stefano Torelli:
–    Il primo innesto antivaioloso nella Rezia Cisalpina, 1763
–    Il processo alle gattane, 1659
–    La partenza dell’ultimo Governatore Grigione, 1797

La prima simbolizza l’innesto di una nuova idea e forza in una persona o società …
la seconda simbolizza l’ordine strutturale sostenuto per mantenere l’ordine esistente,
la terza funge da citazione storica.

Canzoni e melodie accompagnano e sviluppano idee nuove e ricordi.

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Il programma:
>>>   CONFINI E NO     pdf, 6 pagine

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>>>    Il Contenuto
>>>    Il testo
>>>    Fotografie
>>>    Le rappresentazioni

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STAMPA:          

>>>  CONFINI E NO,  preannuncio
>>>  A teatro per i 200 anni di libertà e buon vicinato,  INFORMATION SZENE, (traduzione italiana)
>>>  Theater zu Feier von 200 Jahren Freiheit und guter Nachbarschaft,  INFORMATION SZENE, (Originalsprache)  15.10.97 
>>>  Quando il surrealismo cancella la Storia,  PROVINCIA,  8.10.97
>>>  CONFINI E NO, RTSI,  Comunicati stampa,  27.10.98
>>>  Bondo, “Confini e no” di Gian Gianotti,  Il GRIGIONE italiano, Elda Simonett-Giovanoli  6.11.97
>>>  Cristina Rizzi  – critica
>>>  Cristina Rizzi  – intervista
>>>  Ultima a Milano,  21.12.97

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Steinmann, NACH AFRIKA

1997     S / E / D / UA

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Plakat: Niklaus Troxler

Rathausbühne Willisau, Produktion Vreni Achermann

Paul Steinmann: nach Afrika.
Musik/Tanz/Theater

 

Rathausbühne Willisau und Gastspielorte
Premiere: 29. Januar 1997, Uraufführung

 

Inszenierung – Gian Gianotti
Ausstattung – Ruth Schürmann

Grafik – Niklaus Troxler
Berater DEZA – Bruno Strebel
Projektleitung – Charlotte Madörin

 

Spiel:
Schweizerin – Vreni Achermann (Schweiz)
Afrikanerin – Lizzy Hammond (Ghana)

Mitspielende Musiker:
Joseph Adeyemi (Nigeria)
Eric Asante (Ghana)
Hans Hassler (Schweiz)


T
echnik:
Christophe Hulmann

 

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nach Afrika.
Musik, Tanz, Theater

nach Afrika. erzählt Geschichten, Visionen und Träume auf mehreren Ebenen, mit unterschiedlichen Formen, mit vielen Klängen, Farben und Bewegungen.

Zu Grunde gelegt ist nach Afrika. die Begegnung zweier Kulturen, die auf den ersten Blick verschiedener nicht sein können: hier Afrika, ein riesiger, unüberbrückbarer Kontinent, da die Schweiz, ein kleines, wohlgeordnetes, graues Land.

nach Afrika. fragt nicht zuerst nach den Unterschieden, fragt nicht nach politischen, wirtschaftlichen, religiösen Andersartigkeiten, sonder  erzählt die Geschichte von Andrea. Die junge Frau folgt ihrem Mann, der in Accra (Ghana) bei einem Schweizer Unternehmen eine weitere Sprosse seiner Karriereleiter erklimmen muss, nach Afrika. Zwar hat Andrea Angst vor dem unbekannten Land, doch auch in der Schweiz kann sie oft nicht schlafen, weil sie einen Druck auf der Brust spürt, wie wenn dort ein Tier liegen würde. Dieses Tier lässt sich aber auch mit der Reise nach Afrika nicht abschütteln. Andrea muss sich dem Tier stellen. in ihrem Kampf wird sie unterstützt von Lizzy, die mit ihren afrikanischen Methoden das Leid der jungen Schweizer Frau angeht. Andrea versucht, die offene, fröhliche, herzliche aber auch ihr sonderbar erscheinende Lebensweise der afrikanischen Menschne zu verstehen, was ihr aber kaum gelingt. Immerhin ist sie entschlossen, dem Druck auf ihrer Brust nachzugehen.

Über die unterschiedlichen  Lebensphilosophien wird nach Afrika. nicht mit vielen Worten nachgedacht. Es finden in nach Afrika. keine Diskussionen über die Unterschiede, die globalen Zusammenhänge, die historischen Fehlleistungen der Kolonisation, die Nachwirkungen des Sklavenhandels usw. statt. nach Afrika. soll statt dessen Räume öffnen für eine Begegnung mit tanzenden, musizierenden, Geschichten erzählenden Menschen aus dem schwarzen Kontinent und der Schweiz. Die Konfrontation, die auf der Bühne stattfindet, soll Stoff genug bieten, um dem Publikum einen eigenen Zugang zum Phänomen “verschiedene Kulturen und doch gemeinsam” zu ermöglichen.

Dadurch, dass die musikalischen und tänzerischen Elemente von Andreas Geschichte zusammengehalten werden, erhalten sie einen Boden, eine Art “Lesehilfe”, die es auch einem ungeübten Publikum ermöglicht, den Grund hinter den konzertanten und tänzerischen Teilen zu erkennen.

nach Afrika.: fünf verschiedene Menschen aus zwei unterschiedlichen Ethnien begegnen sich.

(Paul Steinmann)

 

 

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Die Produktion bedankt sich  bei allen Freunden und Bekannten, die mit ihrem Engagement und Interesse dieses Projekt begleitet haben:
Otto Huber, Helena Chilaule, Ester Adeyemi, Maya Künzler, Mauro Ambühl, Käthi Vögeli, Ursula Berger, Hans Troxler, Ems Troxler, Rita Bieri, Ann Vögtli, Chris Jäckli, Eva Müller

Wir danken für die Unterstützung:
Pro Helvetia, DEZA (Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit), Erziehungs- und Kulturdepartement Kanton Luzern, Stadt Willisau, HEKS, Verein Begegnung 2001, Genossenschaft MIGROS Luzern, Brot für alle, Fastenopfer, Patronatskomitee Willisau, Ida und Albert Flersheim-Stiftung, Schweizerische Flüchtlingshilfe

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Pressestimmen:

>>>  Bilder. Träume. Tanz und Musik, Zeitungsverbund Innerschweiz, Pirmin Bossart  31.1.1997
>>>  Afrika ein Fiebertraum, Willisauer Bote, Stefan Eiholzer  1.2.1997
>>>  nach Afrika. oder die Vertreibuing des Toggalis Vorurteil  INFORMATION SZENE, Hansueli W. Moser-Ehinger  1.2.1997
>>>  Tanzen ist mein Leben, Aargauer Zeitung, by  6.2.1997
>>>  nach Afrika. Tanz, Musik und Theater, Südostschweiz, Bündner Zeitung, pdj  28.6.1997
>>>  Eine Reise nach Afrika und wieder zurück  Zuger Nachrichten, Fränzi Felder  15.9.97
>>>  Besuch des unbekannten Schwarzen Kontinentes  Freiburger Zeitung, Ueli Strasser  22.9.97
>>>  ‘Tanzen ist mein Leben’  Aargauer Zeitung, by  6.2.98
>>>  Die Zähmung des wilden Tiers in dir, Aargauer Zeitung, Andrea Meier  9.6.1998
>>>  Begegnung zweier Kulturen im ‘Ochsen’, Zofinger Tagblatt, amc  9.6.1998

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Gianotti, KASSANDRA

1995     S / D / M

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Produktion:  theaterforum.ch  –  Zürich.

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Kassandra, nach Christa Wolf
Darstellung eines Mythos, 1995  – ein EUROPA-Projekt von Gian Gianotti

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theaterforum.ch

Das Konzept KASSANDRA    CASSANDRE    CASSANDRA 
ist ein auf Langfristigkeit angelegtes, mehrsprachiges, archaisches Schauspielprojekt mit zeitgenössischer Musik.

. In eigenen, ähnlichen Textfassungen mit grossflächigen Überschneidungen wird der Mythos der Kassandra aus verschiedenen Altersstufen und Optiken betrachtet.
. Hauptthema ist die Veränderung der Sprache und der Lebenshaltung im Matriarchat/Patriarchat, in der Macht/Ohnmacht, in Kriegsvorbereitungen/Kriegsfolgen/Nachkriegszeiten.
. In ihren letzten Stunden analysiert Kassandra die Entstehung einer kriegerischen Konfrontation und ihre Weigerung.
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Als erste Inszenierung für das Projekt wurde die deutschsprachige Fassung angegangen und realisiert.
Dabei wurde die Verbindung der Kunstrichtungen Schauspiel (Leontina Lechmann), neue ernste Musik (Martin Derungs) und Minimal Art in der bildenden Kunst (Not Vital) gepflegt.
Das Licht-Design von Rolf Derrer war die Fortführung einer langjährigen Zusammenarbeit.

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Deutschsprachige Fassung:

Gian Gianotti nach Christa Wolf, KASSANDRA

Premiere: 21. Juni 1995
Basel, Vorstadt Theater

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Kassandra  –  Leontina Lechmann
Violoncello  –  Martin Zeller

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Inszenierung: Gian Gianotti
Musik: Martin Derungs
Bühnenbild: Not Vital

Dramaturgie: Paul Steinmann
Licht-Design: Rolf Derrer

Technische Mitarbeit: Michael Oggenfuss, Serge Schmuki, Fredy Burkart, Rolf Derrer, Andreas Hunziker, Ruedi Schärer

Grafik: Hans-Rudolf Lutz, Marc Philipp

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© . Die Rechte von Gustav Kiepenheuer Verlag Berlin, sowie von Gian Gianotti und Martin Derungs, Zürich  werden über das  theaterforum.ch  verwaltet.

 

KASSANDRA
Bisher wurden 26 Aufführungen gespielt in Basel, Bern, Zürich, Luzern, Chur, St.Gallen und am Probeort Weil am Rhein.

Unter dem Patronat der UNESCO-Schweiz, mit Unterstützungen von:
Pro Helvetia, MIGROS Genossenschafts Bund MGB, Migros Basel, Konferenz der Schweizer Städte für Kulturfragen KSK, Charles Veillon Stiftung, Stadt und Kanton Zürich

Eine grosszügige Unterstützung aus dem Jubiläumsfond der DEUTSCHEN BANK DB Frankfurt wurde uns für die “Europa-Fassung” glaubwürdig in Aussicht gestellt. Nach dem Rückzug derselben wurde die Fortsetzung der Arbeit in den weiteren Sprachen erschwert. Die  französische und die italienische Fassung “pausierten” längere Zeit in verschiedenen Stadien der Arbeit und wurden dann allmählich aufgegeben, so auch angedachte und vorbesprochene Besetzungen mit Cathy Bernecker/Isabelle Huppert und Atina Cenci/Giulia Lazzarini.

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Zum Thema
Die letzten Stunden der Kassandra. Ein Gespräch über Macht, Armut, Wohlstand, Freiheit, Unabhängigkeit, Würde, Haltung und Persönlichkeit. Über das Leben zwischen Matriarchat und Patriarchat, die Entstehungsanalyse einer kriegerischen Konfrontation und einer Weigerung. Ein Mythos über Lebenshaltung und Tod. Eine “Wort-Rede-Erzählung” (Mythos) unter dem Fluch der Seher-Sensibilität/Fähigkeit bis vor dem eigenen Tod.

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Zum Text
Von der Erzählung KASSANDRA von Christa Wolf stellte Gian Gianotti eine grundsätzliche Strichfassung von ca. 30 Seiten her. Dazu wurden einzelne Textstellen von Christa Wolf aus VORAUSSETZUNG EINER ERZÄHLUNG als Bestandteile ihrer Haltung und Ästhetik eingefügt, einzelne Gedanken aus ANSPRACHEN sowie aus REISE NACH TABOU verwendet und eigene Kontext-Gedanken, Deutungen und Übergänge neu geschrieben. Dies ergab eine Verbindung der antiken Geschichte und der Identität in der aktuellen Friedens-Haltung.

Diese Textbasis gilt grundsätzlich für alle drei Sprachen und wird mit jeweiligen charakterlichen und vom Alter her begründeten Extemporierungen ins Französische und Italienische übernommen. In jeder Sprache werden jeweils andere kulturelle Lebens- und Beziehungsformen bedient und mit je einer eigenen musikalischen Komposition von Martin Derungs begleitet.

Für die deutschsprachige Fassung wurde in Zusammenarbeit mit dem Dramaturgen Paul Steinmann eine zusätzliche Assoziations- und Kommentar-Ebene als Collage aus heutigen Zitaten und Perspektiven hergestellt und als Programmheft gedruckt. Für die weiteren Fassungen wurde diese dramaturgische Verankerung bisher nur skizziert.

Sprachlich und theatralisch überarbeitet entstand daraus vorerst die deutschsprachige
>>>  KASSANDRA  Spielfassung      pdf, 27 Seiten
>>>  KASSANDRA  Das Programmheft mit dem Text      pdf, 36 Seiten

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Umsetzung
Ein Monolog für eine Schauspielerin in Konfrontation und im Gespräch mit dem Monolog eines Instrumentalisten in einer Raum-Ästhetik nach den Prinzipien der Minimal-Art.

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Inhalt
Kassandra, eine Tochter des Trojaner-Königs Priamos, Seherin und Prophetin des Untergangs von Troja, sitzt auf dem Beutewagen des Siegers Agamemnon und wartet auf den Tod. Christa Wolf stellt das innere Geschehen, die Gedanken und Gefühle der Kassandra in den Mittelpunkt. In einem grossen inneren Monolog denkt sie noch einmal wichtige Phasen ihres Lebens, Erkenntnisse und Entscheidungen durch.

Es geht um ihren Beruf, das Amt der Seherin: Schon als junges Mädchen will Kassandra dieses Amt, und mit ihm bekommt sie eine klar umrissene Aufgabe in der Gesellschaft. Ihre Wahl hat schwerwiegende Folgen, denn das Amt der Seherin zwingt sie, die Wirklichkeit genau, unverstellt wahrzunehmen, es zwingt sie dazu, das Wahrgenommene auszusprechen, nicht zu verschweigen, nicht zu verdrängen. Kassandra braucht lange, um das herauszufinden und um den Mut zu einem solchen Handeln aufzubringen. Wahnsinn und Gefängnis bleiben ihr auf diesem Weg nicht erspart. Auch muss sie sich entscheiden, auf wessen Seite sie sich stellt: auf die der Herrschenden, zu denen sie ihrer Geburt nach gehört, oder auf die Seite der Frauen, die am Ufer des Skamandros leben und sich dem Krieg verweigern.

Es geht um ihre Liebe: an die Zuneigung zum Vater, die später in Verachtung umschlägt; an die Liebe zu Aineias, einem liebens-werten und liebesfähigen Mann, der nicht, wie die anderen, auf Kampf aus ist, sondern auf Versöhnung; und schliesslich an die Liebe zu Myrine, einer schönen und kämpferischen Frau, die zu den Amazonen gehört. Aineias und Myrine sind Menschen mit androgynen Zügen, Menschen, die autonom sind und die Autonomie eines anderen gelten lassen.

Es geht um ihren Hass: auf Eumelos, einen kaltblütigen Karrieristen, der die Macht in Troja an sich reisst, den Krieg vorbereitet und schliesslich bis zum Untergang vorantreibt; auf Achill das “Vieh”, einen Mann, der besessen ist von seiner Zerstörungslust. Ihre Weigerung richtet sich letztlich gegen die Männerherrschaft und ihre schrecklichen Folgen – Krieg, Vernichtung, Unterdrückung des anderen.

Kassandra ist eine Frau, die um Autonomie und Identität ringt, die mühsam und schmerzlich beides erreicht und deshalb sterben muss. Weibliche Autonomie und Stärke sind bei Trojanern und Griechen nur noch am Rande der Gesellschaft, in engen räumlichen und zeitlichen Grenzen möglich. Eine Frau, die diese Grenzen überschreitet, die sich einmischt und die Wahrheit sieht, muss zum Schweigen gebracht werden.

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Fotos
Diese Aufnahmen können frei verwendet werden.
Wir bitten Sie, die Bilder mit  Foto: theaterforum.ch  zu bezeichnen

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Das Bühnen-Modell

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Vor dem Stadttor von Mykene (GR)

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Not Vital, “White Horse” – Il chavà da Cassandra, als “Kunst des Jahres im Theater Winterthur 2000/01”

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Europa-Idee
KASSANDRA ist die deutschsprachige Fassung eines europäischen Zielprojektes. Unter der gleichen Produktionsleitung wird in deutscher, französischer und italienischer Sprache mit je einer anderen Produktionsgruppe gearbeitet. Zu einem späteren Zeitpunkt werden die drei Fassungen ausgewertet und zu einer vierten zusammengefügt. Diese dreisprachige Fassung geht dann wiederum auf Tournee in die grösseren Städte Zentraleuropas.

Das Projekt bleibt weiterhin aktuell. Leider.

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Das Europa-Konzept, die Reihenfolge ergab sich aus den vorgesehenen Produktionszeiten

Deutsche Fassung,   KASSANDRA .. in Gelb, mit Violoncello – die Analyse (Die Verletzung der Seherin)
Französische Fassung,   CASSANDRE .. angedacht in Rot, mit Saxophon – die Rebellion der junge Frau (Die Verletzung der Jugend)
Italienische Fassung,   CASSANDRA . .angedacht in Grau-Braun-Schwarz, mit Akkordeon – die Rache der Mutter (Die Verletzung der Familie)

Musik – Martin Derungs, Der Kompositionsauftrag lautete: “Drei verschiedene, für sich stehende Grundkompositionen, die mit den jeweiligen Sprachen in drei Duo-Formationen (D-F / F-I / I-D) wechseln können und sich zuletzt in eine Trio-Formation weiterentwickeln kann.”

Ausstattung – Not Vital, ausgehend von seinem Pferd (Gips) und drei Transportkisten wird die Idee der Wartehalle weiterentwickelt. Die Sackgasse vor dem Stadttor in Mykene.

Die drei Textfassungen werden in der jeweiligen Erstsprache (D, F, I) entwickelt, dann in die drei Zweisprachigkeiten (D-F / F-I / I-D) und schliesslich in die Dreisprachigkeit (D-F-I) geführt. Diese letzte, dreisprachige Fassung wird dann erst als die Europäische Dimension weitergespielt.

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>>>  KASSANDRA  Spielfassung        pdf, 27 Seiten
>>>  KASSANDRA  Das Programmheft mit dem Text               36 Seiten pdf

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Pressestimmen: 

>>>  Pro-Helvetia- Kompositionsauftrag für ‘Kassandra’ von Martin Derungs  Bündner Zeitung, fro  10.3.95
>>>  Kassandra dreifach  Basler Zeitung, chr.  11.5.95
>>>  ‘Kassandra’-Projekt soll zu einem europäischen Theateraustausch führen  Bündner Zeitung, fro  11.5.95
>>>  Ein postmodernes Melodram mit Musik  Weil am Rhein, Jürgen Scharf  15.6.95
>>>  Europaprojekt  Baslerstab, Verena Keller  19.6.95
>>>  Kassandra  Basler Zeitung, BaZ.  20.6.95
>>>  Brief von Christian Bleiker  ANSTATT Kulturbüro, St.Gallen  23.6.95
>>>  Gianottis ‘Kassandra’-Projekt in Basel, Die Statue als Museumsführerin  Bündner Zeitung, Günther Fässler  23.6.95
>>>  Kassandra für Kenner  BaslerZeitung, Margaret Jardas  23.6.95
>>>  ‘Nie war ich lebendiger als jetzt’  Luzerner Zeitung, Günther Fässler  23.6.95
>>>  Sie ist nicht Kassandra, sie spielt sie  Basellandschftliche Zeitung, Joerg Jermann  23.6.95
>>>  Kassandra – eine Heldin der Gelassenheit  St.Galler Tagblatt, Günther Fässler  23.6.95
>>>  Design ist alles, Christa Wolfs ‘Kassandra’ als ‘Europa-Idee’ in Basel  NZZ, Alfred Schlienger  28.6.95
>>>  Eine Figur, drei Sprachen, drei Wege zu einem Ganzen  Information Szene, Hansueli W. Moser-Ehinger  1.7.95
>>>  Der Blick der Seherin zurück in die Gegenwart  FACTS, Catharina Fingerhuth  24,1995
>>>  Eine abgeklärte Seherin irgendwo im Nirgendwo  Nebelspalter, Daniel Schällibaum  28.1995
>>>  Aktualität der ‘Kassandra’  St.Galler Tagblatt, Helga Schabel  19.1.96
>>>  Kassandra, analytisch  Neue Luzerner Zeitung, sc  25.1.96
>>>  Ich lebe meine Weigerung – bis in den Tod  Neue Luzerner Zeitung, Hugo Bischof  27.1.96
>>>  Gian Gianottis ‘Kassandra’ im Theater-Studio  Bündner Tagblatt, Peter Masüger  7.2.96
>>>  Ankündigung  Berner Woche, Berner Zeitung  29.2.96
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