… auch wenn

 

… sich Präferenzen früh einstellen.

Jedenfalls ‘beruflich’ und aus späterer Sicht könnte man sich hier ‘dramatische Stategien’ und Psychogramme vorstellen … was sich aber bereits früh, sehr klar ausprägte war: ich mochte nicht, wenn sich jemand mir ins Licht setzte. Wer, wo und vor wem auch immer. Als Kompetenz- oder Spielregelung.

Und bei sieben Kindern (Richtungen! und sich wechselnden Seilschaften! Bei unterschiedlichen Vorgeschichten und Charakteren der Eltern, Grosseltern, und selber rein chronologisch in die vierte Nach-Position einsteigend …) kommen über die Jahre einige Konflikt-Chancen zusammen. Wurde hier bereits etwas an- oder fest-gelegt?

 

Ich sah nicht ein, warum mich das nicht stören sollte. Mir ein Spiel, eine Zeichnung, die Pointe einer Geschichte, einen formulierten Gedanken – streitig zu machen … das verletzte mich grundsätzlich, war mir zu … übergriffig – übergreifend. Ich wollte über meine Schritte selber entscheiden, und ich genoss, sie selber machen zu können. Auch nur in Gedanken, wenn es nicht anders ging.

 

 

Sommer 53. Da war ich vier, vor dem Kindergarten in Sent.

 

 

 

Mein Bruder erzählte mir bei einer Wanderung zum 70. von meinem Eigen- oder damaligen Hab-Sinn … wie ich ab Juni meinen Osterkorb mit mir herumschleppte mit den Geburtstags-‘Krümeln’, mit den ‘Erinnerungen’ … bis gegen Weihnachten zu! … und wie ich ihm aber, Ein-Mal! auf einem Spaziergang ein Stück Schokolade daraus gönnte, im September! – Als er das sagte dachte ich, mich noch an die Situation erinnern zu können – da waren wir ‘nur wir zwei’ unterwegs, dem Flussdamm entlang, dem Wald entgegen … Da war ich: fünf? Und rein theatralisch würde ich jetzt donnern, oder wieder einmal einen Walfisch singen lassen, wie bei  >>>  Oedipus

Einmal musste ich bei meinem ersten Lehrer um Entschuldigung bitten, weil er mich geschlagen hatte. Meine Mutter brachte mich hin, ohne die Gründe zu hören – und ich war “erstaunt”, ja: erstaunt! dass er sie annahm … ich fand es … entwürdigend. Für ihn! Vor dem ganzen Lehrerkollegium. Da war ich neun.

 

 

Als Jugendlicher war ich gegen einiges was so passierte, fand dies und jenes ungerecht … und es wurde mir auch gesagt, ich könne ja gehen, wenn es mir nicht passe. In Mode war damals “geh doch nach Moskau!” geh doch rüber! Und natürlich wollte ich auch rüber, in die Volksbühne zu Benno Besson, ins Berliner Ensemble dem Brecht Theater nach. Die übervoll geschriebene Seite mit freundlicher Begrüssung und mehreren Unterlagen sowie Bedingungen der DDR-Erziehungs-, Kultur- oder ‘Zugangs’-Behörde (?) und die Zusammenstellung der dafür nötigen monatlichen Summen in “Schweizer Währung” für den Lebens- und Studienunterhalt kürzten mir die Pläne ab mit einem dicken roten Strich … und gleichzeitig wusste ich, dass ich ‘drüben’ bestimmt auch wieder Gründe gefunden hätte, dagegen zu sein. Erfahrungen. Gründe. Vielleicht sogar anders rum, spiegelverkehrt und übers Kreuz. Da war ich zweiundzwanzig – und erst bedeutend später ‘erlebte’ ich es auch   >>>  Häuptling Abendwind, Rostok